Donnerstag, 4. Juni 2026

Der dritte Anlauf

https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2026/RF-339-06-26.pdfEntnommen: .pdf 29. Jahrgang, Nr. 339 Juni 2026 RotFuchs Tribüne für Kommunisten, Sozialisten und andere Linke Der dritte Anlauf Am 22. Juni vor 85 Jahren marschierten mehr als drei Millionen Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten in die Sowjetunion ein – der „Fall Barbarossa“. 4000 Panzer wälzten sich über die Grenze, 2500 deutsche Flugzeuge zerstörten in wenigen Stunden Tausende sowjetischer Maschinen. Der Krieg, der in Europa am 1.  September 1939 mit dem Überfall auf Polen begonnen hatte und ab 1940 zum kontinentalen Krieg geworden war, erhielt globalen Charakter. Die Grundidee dafür hatte Adolf Hitler 16 Jahre zuvor in „Mein Kampf“ veröffentlicht, 1933 begannen die Planungen für die Ausdehnung Deutschlands. Mit dem Münchener Abkommen 1938 konnte sich Hitler von den Westmächten ermutigt fühlen, den Feldzug gegen die Sowjetunion von seinen Generälen konkret vorbereiten zu lassen. Der deutsche Imperialismus griff wie 25 Jahre zuvor nach der Weltmacht. Seine Planer bereiteten den größten Völkermord der Geschichte vor – weit über alles hinaus, was es an Vernichtungsstreben bis dahin in kolonialen Eroberungen oder im Ersten Weltkrieg gegeben hatte. 30 bis 40 Millionen Sowjetbürger sollten bis Ende 1941 durch Ermordung und Aushungerung tot sein, Millionen sollten versklavt und in die deutsche Kriegswirtschaft gezwungen werden. Der „Hungerplan“, der nach dem Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft Herbert Backe benannt war, wurde nach einer Besprechung von Staatssekretären am 2. Mai 1941 in einer Aktennotiz so zusammengefaßt: „1.) Der Krieg ist nur weiterzuführen, wenn die gesamte Wehrmacht im 3. Kriegsjahr aus Rußland ernährt wird. 2.) Hierbei werden zweifellos zig Millionen Menschen verhungern, wenn von uns das für uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird.“ Der Krieg gegen die Sowjetunion war kein gewöhnlicher imperialistischer Krieg. Ihr europäischer Teil sollte für deutsche Siedler freigemacht werden. Heinrich Himmler phantasierte von 400 bis 500 Jahren deutscher Siedlung mit bis zu 600 Millionen „Germanen“ dort. Sie sollten die „Spartiaten“ sein, Letten, Esten usw. die Mittelschicht der „Periöken“ bilden, die Russen dagegen die Stellung der „Heloten“ einnehmen: seßhaft, aber ohne Rechte. Die Juden sollten ausgerottet, sämtliche Führungskräfte der Sowjetmacht beseitigt, alle gefangengenommenen politischen Kommissare der Roten Armee sofort ermordet werden. An sowjetischen Kriegsgefangenen fand ein Völkermord im Völkermord statt: Von weit über fünf Millionen Gefangenen fanden 3,3  Millionen den Tod, davon mehr als zwei Millionen bis zum Frühjahr 1942. Bereits sechs bis sieben Wochen nach dem 22. Juni liefen aber die deutschen Pläne aus dem Ruder. Sie zerbrachen am sowjetischen Widerstand, die Träume von einer Weltvorherrschaft platzten. Der DDR-Historiker Dietrich Eichholtz (1930–2016) schrieb dazu: „Niemals haben sich bis dahin Politiker und Generäle derart katastrophal verkalkuliert wie Hitler und die deutsche Generalität bei ihrem Entschluß, die UdSSR ‚in einem schnellen Feldzug niederzuwerfen‘ (Weisung 21 vom 18. 12. 1940).“ Diese Fehlrechnung entsprang nicht der wirren Gedankenwelt Hitlers, wie bis heute weisgemacht werden soll. Wie der Erste Weltkrieg war auch der Zweite ein Resultat wachsender Gegensätze zwischen den imperialistischen Hauptmächten, war er ein Kampf um die Neuaufteilung der Welt. Die entscheidende Frage für alle Friedenskräfte 85 Jahre nach dem 22. Juni 1941 lautet: Kann sich dieser Tag wiederholen? Die gesamte sowjetische und russische Politik seit 1945 ordnete sich dem Ziel unter, das zu verhindern. Die Antwort in diesem Jahr lautet: Eine Wiederholung ist wahrscheinlicher geworden. Und erneut steht der deutsche Imperialismus mit an der Spitze, will „Führungsmacht“ in Westeuropa werden. Er wagt es nicht, einen Alleingang gegen die Atommacht Rußland zu beginnen, will den Krieg nur zusammen mit anderen führen, ohne uns allerdings soll der Krieg auf keinen Fall stattfinden. Beim Aufteilen der Beute will Deutschland dabei sein. Also hat der dritte Anlauf zum „Platz an der Sonne“ Fahrt aufgenommen. Zahlreiche Der dritte Anlauf Äußerungen von Kanzler, Außen- und Kriegsminister zu Rußland besagen: Sie arbeiten an der nächsten gigantischen Fehlkalkulation. Und müssen daher gestoppt werden – es ist höchste Zeit! In diesem Jahr wird bundesweit an vielen Orten an den 22. Juni 1941 erinnert, u. a. am 20. Juni ab 13 Uhr vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Arnold Schöl SSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSSS „RotFuchs“ abonnieren einfach gemacht Für den Bezug des RF als Printausgabe genügt ein Anruf bei Rainer Behr: 030-98 38 98 30 Wolfgang Dockhorn: 030-241 26 73 oder die formlose Bestellung per E-Mail: vertrieb@rotfuchs.net

Donnerstag, 21. Mai 2026

Der Krieg, der niemals endet - Dr. Wolfgang Bittner

Der Krieg, der niemals endet Von  Dr. Wolfgang Bittner  - 16. Mai 2026 Soldaten der Bundeswehr fallen vom Himmel. Quelle: Pixabay, Foto: Günther Schneider Berlin, BRD (Weltexpress). Am 8. und 9. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht bedingungslos, Deutschland wurde besetzt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt; Schlesien, Ostpreußen sowie Teile von Pommern und Brandenburg wurden unter polnische Verwaltung gestellt. Für Millionen Menschen, die mit dem Leben davongekommen waren, bedeutete das Vertreibung, Hunger und Not. Gehe ich in die Zeit um 1945 zurück, lassen sich meine Erinnerungen in Anlehnung an eine Gedichtzeile von Heinrich Heine in dem Satz zusammenfassen: Denk ich an Schlesien in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Noch während des Zweiten Weltkriegs geboren, wuchs ich bis zur Vertreibung im Oktober 1945 in Gleiwitz auf, das heute Gliwice heißt und in Polen liegt. Schon als Kind im Alter von vier Jahren nahm ich intuitiv wahr, dass das Leben endlich ist, also auch mein Leben. Als Jugendlicher wurde mir dann bewusst, dass ich meine Zukunft planen musste, wollte ich nicht in der Enge meiner damaligen neuen Umgebung verkümmern. Meine frühesten Erinnerungen setzten bruchstückhaft im Herbst 1944 ein. Jedes Mal, wenn ich heute Sirenen höre, rieselt es mir kalt über den Rücken. In meiner Erinnerung bröckelt Kalk von der Kellerdecke, an der sich Risse zeigen, die Wände beben und der Boden bäumt sich auf unter meinen Füßen. Die Angst der Erwachsenen. Meine Mutter weint, die Großmutter betet. Im Hinterhaus ist eine Bombe eingeschlagen. Der Großvater wird zum Volkssturm, dem letzten Aufgebot, eingezogen. Die Front rückte immer näher. In der Nacht zum 24. Januar 1945 kamen die Russen. Das Grollen der Front war immer heftiger geworden. Wir saßen im Keller. Die unteren Fenster waren zugenagelt, die Türen verbarrikadiert und das Hoftor mit einer dicken Kette und einem Vorhängeschloss zugesperrt. Artilleriefeuer, das Rattern von Panzerketten, peitschende Schüsse, manchmal vibrierte der Boden. Das Schloss am Hoftor wurde aufgeschossen, im Seitenhaus und Hinterhaus schrien die Frauen, die vor ihren Kindern vergewaltigt wurden. Aber wir hatten Glück, die Haustüren hielten den Kolbenstößen stand. Am nächsten Tag begannen die Plünderungen. Soldaten drangen in unser Haus ein und nahmen alles mit, was ihnen gefiel. Auf dem Fußboden lagen Hausrat, Kleidungsstücke und der Inhalt von Schränken und Schubladen; unser Klavier zerschellte bei dem Versuch es aus dem Fenster abzuseilen, auf dem Hof. Wir sollten erschossen werden, weil meine Mutter ihren Schmuck versteckt hatte und das Versteck nicht verraten wollte. Zwei Soldaten zerrten an ihr und meiner Tante herum, aber die Großmutter, die Polnisch und auch ein bisschen Russisch sprach, vermochte die Gefahr in letzter Sekunde noch abzuwenden. Tagelang ging das so weiter, der Krieg war zu uns gekommen. Ich verstand das alles nicht. Wenige Tage später pochte es an der Tür: Russische Militärpolizei und ein Kommissar in Zivil. Jemand hatte meinen Großvater, der in der NSDAP gewesen war, denunziert. Er wurde „abgeholt“, so nannte man das. „Ziehen Sie lieber einen Mantel an“, riet ihm der Kommissar, obwohl das Wetter mild war und die Sonne schien. Die Frauen weinten, und der Großvater ging mit den Männern, die ihn in die Mitte genommen hatten, fort. Das sehe ich noch wie heute. Wir haben nie wieder etwas von ihm gehört. Im April 1945 wurde in Gleiwitz eine polnische Verwaltung eingesetzt, und erneut fanden tagelang Plünderungen statt. Diesmal drangen Männer mit rotweißen Armbinden ein, die mit Pistolen herumfuchtelten und das mitnahmen, was die Russen übriggelassen hatten. Meine Mutter musste sich morgens um sechs zur Arbeit melden: In den Fabriken, wo demontiert wurde, beim Straßenbau, auf dem Rangierbahnhof. Abends wurden von den Betrunkenen Frauen gejagt. So vergingen die Tage und Wochen. Wir hatten kaum zu essen, obwohl die Großmutter alles, was uns geblieben war, auf dem Schwarzen Markt gegen Nahrungsmittel einzutauschen versuchte. Ende August hieß es schließlich, dass alle, die nicht für Polen optieren, die besetzten Gebiete bis zum 1. Oktober zu verlassen haben. Zwanzig Kilo Gepäck durfte man mitnehmen, so war auf den Aushängen zu lesen. Meine Mutter wollte nicht polnisch werden, also mussten wir fort und alles, was uns gehörte, zurücklassen. Anfang Oktober gingen wir zum Bahnhof, meine Mutter mit mir und den Großeltern aus Beuthen, deren Wohnung von einem polnischen Ehepaar besetzt worden war. Die Gleiwitzer Großmutter wollte bleiben, um auf den Großvater zu warten; sie hoffte immer noch auf seine Rückkehr, obwohl ein Nachbar berichtet hatte, er sei totgeschlagen worden. Der Zug war völlig überfüllt, aber wollten wir nicht in ein Lager gebracht werden, mussten wir Gleiwitz verlassen. Über diese Lager, die zum Beispiel in Lamsdorf, Zgoda, Myslowitz und Jaworzno eingerichtet worden waren, gab es grauenvolle Berichte. Wir fanden nur noch etwas Platz auf dem Dach des Zuges, mit dem es zunächst nach Forst an der Neiße ging. Eine schreckliche Fahrt. Wenn Brücken oder Tunnel kamen, mussten wir uns flach hinlegen. Ich fror die ganze Zeit und hatte Angst, die Dachschräge hinunterzufallen. Unterwegs hielt der Zug plötzlich auf freier Strecke an, Männer mit Pistolen und Messern kletterten herauf. Sie schlugen auf die Menschen ein, rissen Koffer und Taschen auf, raubten alle Wertgegenstände und warfen jeden, der sich wehrte, hinunter. Als der Großvater nicht schnell genug seine goldene Taschenuhr herausgab, stach ein Halbwüchsiger mit dem Messer auf ihn ein. Der Großvater, der viel Blut verloren hatte, wurde an der nächsten Station vom Roten Kreuz versorgt, so dass er am Leben blieb. Über Forst, kurz hinter der bereits streng bewachten Oder-Neiße-Grenze gelegen, ging es nach einem wochenlangen Aufenthalt in der Uckermark schließlich weiter nach Westen. Helmstedt, so hieß der erste Ort hinter der so genannten Demarkationslinie (zwischen der russischen und der britischen Zone), wo wir in einem Sammellager notdürftig untergebracht wurden. Ich bekam nach den Entbehrungen der vergangen Tage eine schwere Erkältung, der Lagerarzt vermutete Keuchhusten. Daraufhin erhielten wir die Genehmigung, weiter zu meinem Vater nach Ostfriesland zu reisen. Er lag dort nach einer schweren Verwundung in einem Lazarett, und meine Mutter hatte ihn über den inzwischen eingerichteten Suchdienst ausfindig gemacht. Ich erinnere mich noch genau an die Übernachtung in einem verwanzten Bunker in Braunschweig, an die Fahrt auf einem Lastwagen nach Hannover, an schrecklich kalte Bahnhöfe in Bremen und Oldenburg. Dort bekamen wir einen Zug an die Küste. Am 12. Januar 1946 erreichten wir endlich, halb verhungert, abends gegen neun Uhr Wittmund, eine Kleinstadt in Ostfriesland, damals am Rande der Welt. Die Stadt, die vielleicht 4.000 Einwohner zählte, dazu etwa 2.000 Flüchtlinge und Vertriebene, lag auf einem Geestrücken am Rande der Marsch; bis zur Nordseeküste waren es nur zehn Kilometer. 1933 hatten die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und die Deutschnationale Volkspartei zusammen einen Stimmenanteil von 85,6 Prozent erhalten. Die damals wirtschaftlich und kulturell unterentwickelte Region hatte Tausende von heimatlosen Menschen aufzunehmen, was natürlich zu Lasten der einheimischen Bevölkerung ging, die ihren Unmut nicht zurückhielt. Die Atmosphäre war feindlich, wir waren Eindringlinge, Störenfriede, für viele Einheimische „Polacken“ und „Rucksackgesindel“. Als meine Mutter im Herbst 1946 einen Bauern nach Falläpfeln fragte – der Garten lag voll davon –, wurden wir mit der Mistgabel vom Hof gejagt. Der folgende Winter war sehr kalt, wir hatten kaum zu essen und zu heizen. Zuerst erhielten wir vom Wohnungsamt zwei Mansardenzimmer in einem Einfamilienhaus, später zogen wir dann ins Flüchtlingslager am Stadtrand, wo wir zehn Jahre blieben, bis es uns allmählich wieder besser ging. Ich verließ die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, endgültig 1966, nachdem ich das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt hatte, um an der Universität in Göttingen zu studieren. Wenn ich es mir rückblickend überlege, ging für mich der Krieg eigentlich erst damals zu Ende. Aber das Gefühl von Heimatlosigkeit blieb bis heute. Wenn ich jetzt einige der meinungsführenden Politiker und Journalisten höre und sehe oder ihre Verlautbarungen lese, sträuben sich mir die Haare. Sie sagen, Deutschland müsse aufrüsten und wieder „kriegstüchtig“ werden, und die Bevölkerung müsse sich deswegen einschränken. Mir dreht sich dabei der Magen um. Gut, dass immer mehr Menschen begreifen, dass sie belogen und betrogen werden. Anmerkungen: Vorstehender Beitrag wurde unter dem Titel „Der Krieg, der niemals endet“ in „NachDenkSeiten“ (Eigenschreibweise) am 11.5.2026 erstveröffentlicht. Sie zum Thema auch den Roman des Schriftsteller Wolfgang Bittner mit dem Titel „Die Heimat, der Krieg und der Goldene Westen“, 2014 und das Sachbuch „Die Eroberung Europas durch die USA – Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“. Siehe den Beitrag „Eine Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung“ – „Die Eroberung Europas durch die USA“ von Wolfgang Bittner von Frieder Fuch Das EHRENMAL 8. Mai, Tag der Befreiung Erinnerungen von Harry Popow Tamara in der Krypta Im Jahr 2012- Langsam gehe ich auf das große Denkmal zu. Treptow. Der Park. Sonne und Maienduft. Jahrzehnte war ich nicht mehr hier. Eingesteckt habe ich ein Foto. Unsere russische Mutter Tamara (1915-1984, sie kam 1935 aus Liebe nach Deutschland, unser deutscher Vater lernte sie in der Sowjetunion kennen) mit sowjetischen Gästen. Im Hintergrund das Ehrenmal. Wann? Irgendwie in den 70er Jahren? Dort in der Krypta wurde sie verewigt – in einem Mosaik-Fries mit anderen sowjetischen Männern und Frauen. Ich bin gespannt. 1949 war ich mit unserer Mama als dreizehnjähriger in der Krypta, kurz nach der offiziellen Eröffnung des Ehrenmals. In Erinnerung ist mir, dass sie ihre rechte Hand auf die Schultern einer vor ihr stehenden Frau legt. Zum Trost. dass der Krieg beendet ist, dass das Leben weitergeht, dass sie endlich da ist – die Befreiung von der furchtbaren Last dieses größten verbrecherischen Krieges in der Geschichte der Menschheit. Meine Schritte verlangsame ich. Ich denke, grübele. An meiner Seite ein guter Bekannter. Hans heißt er. Hat ebenso einen Lebensweg hinter sich wie ich. Der Befreiung haben wir Nachdruck verliehen, damit es nie wieder soweit kommt. Mit der Waffe in der Hand. Wir hatten unseren Sinn des Lebens gefunden: Humanität muss mitunter hart verteidigt werden. Die Stufen nach oben. Die Krypta, das Eisengitter geschlossen. So ein Pech. Was nun? Stille. Leute, die Blumen ablegen. Auch wir. Ich trete dicht ans Tor. Die Figuren geradeaus sind gut zu erkennen. Meine Mutter aber soll im Rondell ganz links abgebildet sein. So weiß ich das noch von 1949. Aber den Kopf kann ich nicht durchs Gitter stecken, dafür aber meinen Fotoapparat. Ich richte ihn wohl zu weit nach links, es wurde nichts. Schade. Aber Hans versucht sich ebenfalls. Vielleicht schafft er es? Plötzlich träume ich: „Na, wie geht’s, mein guter Junge?“ Mir stockt das Herz. Was soll ich sagen in der Kürze? Sie, die stets sich zu befreien wusste von Kleinmut, Egoismus, Herzlosigkeit. Aber Härte konnte sie ebenfalls zeigen: Bei Dummheit, bei kleingeistigem Denken und Verhalten, bei blödem Geschwätz, sie war selbst immer politisch hellwach. Dazu schön, klug und begabt. Und tapfer, als russische Mutter von vier Kindern im faschistischen Deutschland zu überleben. In der DDR war sie Dolmetscherin für ihre Landsleute – vorwiegend sowjetische Wissenschaftler, die Gäste der DDR waren. Die umsorgte sie warmherzig und mit fachlichem Können. Verträgt sie die Wahrheit über unsere jetzigen Zustände des Jahres 2012? Durch vorwiegend auch eigene Schuld, füge ich hinzu. Ist sie erschüttert? Ich beruhige sie. Brot ist da, Kleidung, Sachwerte - alles in Überfülle. Ich glaube, sie müde lächeln zu sehen, so von der Seite. Nein, nur Materielles war nie der jungen Russin alleiniges Ding. Sie liebte Musik, Literatur, Gemälde vor allem, Geistiges. Und wollte auch reisen. Das war begrenzt, sehr sogar. Und nun, höre ich sie im Geiste fragen? Sie verlangte stets ein klares Wort, keine Heuchelei, keine Unehrlichkeit. Und so rede ich Klartext: das ALTE hat uns wieder in seinem Schoß. Hart erkämpftes Soziales gibt es zwar – allerdings mit sehr vielen Abstrichen, mit zunehmend größeren Widersprüchen. Und das Schlimme – auch Kriege und Gewalt gibt es wieder. Weltweit. Die Gelddiktatur schüttelt die Menschen und Verhältnisse durcheinander. Ich kann ich es ihr nicht tröstend zurufen: Wir sind wieder auf dem Weg, auf einem zunehmend harten Weg. Und wissen nicht, wie das und wo das alles enden wird. „Tschüß, liebste Mama!“ Dein Optimismus – er wirkt nach, er steht fürs ewige gute Hoffen. Und fürs Tun… Dein Sohn H. Nachtrag Vor der Krypta fragten Hans und mich zwei Damen an dem besagten 08. Mai, ob die Denkmal-Figur und das Kind authentisch seien. Hans bejahte und ich ergänzte, der sowjetische Militärjournalist Boris Polewoi habe dazu als Augenzeuge den Tatsachenbericht geliefert. Zu Hause habe ich mich – nach zig Jahren - bei Boris Polewoi noch einmal schlau gemacht. Ja, er hat die Rettung des kleinen blonden Mädchens durch den Obersergeanten Trifon Lukjanowitsch, ein Belorusse, in seinen Büchern "Berlin 896 km" und "Die Reportagen meines Lebens" geschildert, also selbst miterlebt. Interessant: Er schrieb von einer "Eisenstraße" in Berlin, wo der Obersergeant über das unter feindlichem Beschuss liegende Straßenpflaster kroch und das Kind aus den Trümmern rettete, als es um die tote Mutter wimmerte und schluchzte. Später fand er diese Straße nicht. Es stellte sich aber heraus, dass es die "Elsenstraße" in Trepow war. Das l war 1945 offensichtlich von einem Geschoss getroffen worden, und so irrte er mit dem angeblichen Namen Eisenstraße. Übrigens hatte er auch erfahren, dass es noch eine weitere Rettung eines Kindes in Berlin gab, wie General W.I. Tschuikow einem Bildhauer erzählt habe. Nun denn, jetzt ist mir wohler, da ich´s nochmals gelesen hatte. Polewoi wurde später durch den Bildhauer, der das Ehrenmal schuf, über das Aussehen des Helden tüchtig ausgefragt. Dieser Held starb allerdings Tage später an seiner Verletzung, die ihm ein Faschist durch einen einzigen Schuss - unmittelbar, nachdem er das Kind in die eigene Stellung zurückgebracht hatte - zufügte. Wen interessiert es heute noch???? Frage per E-Mail an meinen Bekannten Hans. Seine Antwort: Bei alten Höhlenmalereien wusste auch niemand, wer das mal sehen und bewundern wird… Ach so: Vor uns auf den Stufen eine Schulklasse zum Ehrenmal. Sie lässt sich fotografieren!! Und nach uns kamen noch viele – vereinzelt und in Gruppen… 14 Diesen Buchtext finden Leser in diesem Buch: Buchtipp "VOLLTREFFER PLAUENER SPITZE & DER WELTENTRÄUMER" Es geht es um eine über 62-Jahre währende glückliche Ehe- und Liebesgeschichte zwischen dem Autor und seiner Ehefrau - beide im Krieg geboren und am Friedenswirken der DDR aktiv beteiligt. Autor, Blogger, Rezensent, Hobbymaler: Harry Popow http://cleo-schreiber.blogspot.com  Format: 12 x 19 cm Seitenanzahl: 484 ISBN: 111-2-0000-0001-6 Erscheinungsdatum: 23.09.2024 EUR 36,95 als Buch https://www.united-pc.eu/buecher/biografie-politik-zeitgeschichte/geschichte-biografie/volltreffer.html

Montag, 11. Mai 2026

PUTINS REDE

Potin https://linkezeitung.de/2026/05/11/putin-im-o-ton-ueber-die-ukraine-den-iran-die-usa-und-china/ Putin im O-Ton über die Ukraine, den Iran, die USA und China von LZ am 11. Mai 2026 von Thomas Röper - https://anti-spiegel.ru Am Samstag hat Putin sich in einer Pressekonferenz über die nur knapp verhinderte Eskalation in der Ukraine, die Beziehungen zu den USA und China und zum Iran-Krieg geäußert und dabei viel Neues preisgegeben. Ich habe in den letzten Tagen viel über die Provokationen Kiews berichtet, die, wenn sie eingetreten wären, zu einer Eskalation in der Ukraine geführt hätten. Dazu ist es schließlich nicht gekommen und ich habe bereits berichtet, dass das offensichtlich das Verdienst von Präsident Trump ist, und in meinem Artikel angekündigt, Putins Aussagen, die er am Samstag dazu vor der Presse gemacht hat, zu übersetzen. Eigentlich wollte ich nur Putins Aussagen zu diesem Thema übersetzen, aber dann fand ich die Pressekonferenz so interessant, dass sich sie komplett übersetzt habe, denn Putin hat sich dabei auch zu allen anderen aktuellen Themen der Weltpolitik und Russlands Position dazu geäußert. Außerdem habe ich schon seit einiger Zeit keine längeren Erklärungen von Putin übersetzt, weshalb es mal wieder an der Zeit dafür ist, um dem deutschen Publikum zu zeigen, wie Russland zu den aktuellen Themen steht. Außerdem dürfte die Pressekonferenz für Stammleser des Anti-Spiegel interessant sein, weil Putin auch nach der faktischen Kriegsbeteiligung der Europäer gefragt wird und darauf sehr direkt antwortet, indem er zustimmt, dass die Europäer Krieg gegen Russland führen. Interessant sind dabei seine genauen Formulierungen. Ich empfehle jedem, die Übersetzung bis zum Ende zu lesen, weil sie nicht nach Themen „geordnet“ ist. Die Journalisten haben zu allen möglichen Themen Fragen gestellt, weshalb die Pressekonferenz bei den Themen „hin und her springt“ und Themen immer wieder aufgegriffen wurden. Für europäische Leser dürfte es besonders interessant sein, wie Putin sich an verschiedenen Stellen über die Führung der EU und ihrer Mitgliedsländer äußert. von Thomas Röper - https://anti-spiegel.ru Am Samstag hat Putin sich in einer Pressekonferenz über die nur knapp verhinderte Eskalation in der Ukraine, die Beziehungen zu den USA und China und zum Iran-Krieg geäußert und dabei viel Neues preisgegeben. Ich habe in den letzten Tagen viel über die Provokationen Kiews berichtet, die, wenn sie eingetreten wären, zu einer Eskalation in der Ukraine geführt hätten. Dazu ist es schließlich nicht gekommen und ich habe bereits berichtet, dass das offensichtlich das Verdienst von Präsident Trump ist, und in meinem Artikel angekündigt, Putins Aussagen, die er am Samstag dazu vor der Presse gemacht hat, zu übersetzen. Eigentlich wollte ich nur Putins Aussagen zu diesem Thema übersetzen, aber dann fand ich die Pressekonferenz so interessant, dass sich sie komplett übersetzt habe, denn Putin hat sich dabei auch zu allen anderen aktuellen Themen der Weltpolitik und Russlands Position dazu geäußert. Außerdem habe ich schon seit einiger Zeit keine längeren Erklärungen von Putin übersetzt, weshalb es mal wieder an der Zeit dafür ist, um dem deutschen Publikum zu zeigen, wie Russland zu den aktuellen Themen steht. Außerdem dürfte die Pressekonferenz für Stammleser des Anti-Spiegel interessant sein, weil Putin auch nach der faktischen Kriegsbeteiligung der Europäer gefragt wird und darauf sehr direkt antwortet, indem er zustimmt, dass die Europäer Krieg gegen Russland führen. Interessant sind dabei seine genauen Formulierungen. Ich empfehle jedem, die Übersetzung bis zum Ende zu lesen, weil sie nicht nach Themen „geordnet“ ist. Die Journalisten haben zu allen möglichen Themen Fragen gestellt, weshalb die Pressekonferenz bei den Themen „hin und her springt“ und Themen immer wieder aufgegriffen wurden. Für europäische Leser dürfte es besonders interessant sein, wie Putin sich an verschiedenen Stellen über die Führung der EU und ihrer Mitgliedsländer äußert. Beginn der Übersetzung: Frage: Darf ich mit Ihrer Einschätzung des heutigen Tages beginnen? Heute ist ein bedeutender Tag. Am Vortag hat US-Präsident Donald Trump eine dreitägige Waffenruhe vorgeschlagen. Sie haben das unterstützt, Selensky hat das unterstützt. Allerdings hat Kiew vor dem 9. Mai einige ernsthafte und provokative Erklärungen abgegeben. Wie beurteilen Sie den heutigen Tag? Wie ist er verlaufen? Schließlich wurde sogar die Parade aus Sicherheitsgründen etwas verkleinert. Können Sie uns Ihre allgemeine Einschätzung des heutigen Tages mitteilen? Gab es irgendwelche Provokationen? Putin: Was Provokationen angeht, Sie haben ja gesehen, dass ich hier bin. Das Verteidigungsministerium hat mir dazu noch nichts berichtet, daher kann ich dazu nichts sagen. Ich werde bald wieder an die Arbeit gehen, und das Militär wird mir dann Bericht erstatten. Zur Parade: Wie Sie wissen haben wir ja beschlossen, dass es dieses Jahr keine Jubiläumsparade, sondern trotzdem der Tag des Sieges ist. Wir haben nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern vor allem, weil sich die Streitkräfte im Rahmen der Militäroperation auf die endgültige Niederlage des Feindes konzentrieren müssen, beschlossen, die Feierlichkeiten ohne die Zurschaustellung militärischer Ausrüstung abzuhalten. Was die provokativen Erklärungen betrifft, ja, diese Entscheidungen wurden,wie Sie sagten, natürlich deutlich vor all den provokativen Erklärungen getroffen. Wie Sie wissen, haben wir auf diese Erklärungen reagiert. Zunächst hat das Verteidigungsministerium die – allgemein bekannte – Erklärung abgegeben, dass wir im Falle eines Versuchs, unsere Feierlichkeiten zu stören, gezwungen wären, Vergeltungsschläge, massive Raketenangriffe auf das Zentrum von Kiew, durchzuführen. Was ist hier nicht zu verstehen? Genau das war die geplante Antwort. Wir haben aber nicht nur das getan. Es folgte eine Note des Außenministeriums, ein Dokument, nicht nur eine Erklärung. Aber auch das war nicht das Ende. Wir begannen, mit unseren wichtigsten Partnern und Freunden, vor allem mit unseren Freunden aus der Volksrepublik China, Indien und einigen anderen Ländern, darunter auch der US-Regierung, zu arbeiten. Welche Art von Arbeit? Wir skizzierten unseren Freunden, Kollegen und Partnern lediglich das mögliche Szenario. Wir haben keinerlei Absicht, die Beziehungen zu irgendjemandem zu verschärfen oder zu belasten. Das könnte jedoch eintreten, da sich alle Kommando- und Entscheidungszentren in Kiew in unmittelbarer Nähe zu den diplomatischen Vertretungen zahlreicher Länder befinden, es sind Dutzende. Genau darum ging es. Und als wir diesen Dialog mit der US-Regierung aufnahmen, haben wir sie davor gewarnt, haben auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen und sie gebeten, alles Notwendige zu tun, um die Sicherheit ihrer diplomatischen Vertretungen zu gewährleisten. Als Ergebnis all dieser Gespräche kam die Initiative von US-Präsident Trump für zwei weitere Tage Waffenstillstand und einen Gefangenenaustausch während dieser zwei Tage. Wir stimmten dem sofort zu, insbesondere da es sich meiner Ansicht nach um einen berechtigten Vorschlag handelte, der durch den Respekt vor unserem gemeinsamen Sieg über den Nationalsozialismus motiviert und eindeutig humanitärer Natur war. Übrigens hatten wir einige Tage zuvor, am 5. Mai, ebenfalls einen Vorschlag für einen Austausch an die ukrainische Seite gerichtet und eine Liste mit 500 in Russland befindlichen ukrainischen Soldaten übermittelt. Die erste Reaktion war, dass sie die Angelegenheit genauer prüfen müssten, dass es vielleicht nicht alle 500, vielleicht nur 200 sein sollten, und dann sind sie ganz vom Rader verschwunden und erklärte direkt, dass sie zu diesem Austausch nicht bereit seien. Sie wollen ihn nicht. Daher haben wir, als der Vorschlag von US-Präsident Trump kam, ihn natürlich sofort unterstützt. Und wir erwarten, dass die ukrainische Seite in diesem Fall doch auf den Vorschlag des US-Präsidenten reagieren wird. Leider haben wir bisher keine Vorschläge erhalten. Frage: Guten Tag! Alexey Konopko, Fernsehsender Rossiya. Wladimir Wladimirowitsch, Sie hatten heute einen wahren Marathon an bilateralen Treffen. Könnten Sie uns bitte sagen, was der Schwerpunkt der Verhandlungen war? Und, wenn ich darf, noch eine Ergänzung zu einem verwandten Thema. Putin: Bitte sehr. Frage: Wir haben oft Vertreter einer anderen ehemaligen Sowjetrepublik, Armenien, bei den Paraden zum Tag des Sieges gesehen. Dieses Jahr war keiner da. Paschinjan hat jedoch kürzlich Selensky empfangen und ihm damit eine Plattform geboten, um Drohungen gegen unser Land auszusprechen. Wie stehen Sie dazu? Wie werden sich die Beziehungen zu Jerewan künftig generell entwickeln? Vielen Dank. Putin: Was die bilateralen Treffen und deren Schwerpunkt betrifft, so stand das Ereignis im Mittelpunkt, das sowohl für Russland als auch für alle anderen Länder – befreundete Länder, wie wir sagen, in diesem Fall jene, deren Vertreter zu den Feierlichkeiten nach Moskau kamen – von großer Bedeutung ist. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Tag des Sieges, unser gemeinsamer Erfolg im Kampf gegen den Nationalsozialismus und die Frage, wie das Andenken an die Helden des Zweiten Weltkriegs und des Großen Vaterländischen Krieges bewahrt werden und als Grundlage dienen kann, um ähnliche Ereignisse künftig zu verhindern. Und natürlich haben wir auch über die bilateralen Beziehungen gesprochen. Unsere Beziehungen zu unseren engsten Verbündeten und Partnern – Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan – stehen hier natürlich im Vordergrund. Unser Handel mit Weißrussland übersteigt 50 Milliarden US-Dollar. Das Land hat etwas über 10 Millionen Einwohner, und stellen Sie sich vor, so ein Handelsumsatz! Wir haben viel zu besprechen. Dasselbe gilt für Kasachstan und Usbekistan, beides Länder mit schnell wachsenden Volkswirtschaften. Wir haben gute Pläne, auch im Bereich Investitionen. Wir haben mit Kasachstan gemeinsame Interessen innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion. Und mit anderen Ländern, mit denen wir gesprochen haben, wie beispielsweise Laos. Laos ist natürlich auch ein wichtiger Partner für uns. Das Handelsvolumen in US-Dollar dort ist zwar noch bescheiden, aber die Aussichten sind gut, und das Land ist günstig gelegen. ASEAN ist eine für uns wichtige Region. In jedem einzelnen Fall gab es viel zu besprechen, und alles war sehr konkret und pragmatisch. Zu den Plänen Armeniens, der armenischen Führung. Wie Sie wissen, haben wir niemanden zu diesen Veranstaltungen eingeladen, das ist keine Jubiläumsveranstaltung. Wir haben jedoch alle informiert, dass wir uns freuen würden, wenn jemand kommt, denn wir schließen niemanden von der Teilnahme aus. Es gab keine offizielle Einladung, daher waren heute nicht nur Armenien, sondern auch viele andere Länder – unsere guten Nachbarn, unsere guten Partner und Freunde – nicht anwesend. Ich sehe darin nichts Ungewöhnliches. Allerdings haben die, die gekommen sind, zweifellos auch persönlichen Mut bewiesen, da sie von bestimmten Vereinbarungen, darunter der Verlängerung des Waffenstillstands, den von Präsident Trump initiierten Austauschen und so weiter, spät erfahren hatten. Das bedeutet, dass sie erst nach ihrer Ankunft von der Entspannung der Lage erfahren haben. Obwohl sie davon nichts wussten, haben sie dennoch die Entscheidung getroffen, hier zu sein, und das verdient besonderen Respekt. Aber ich wiederhole: Wir sehen nichts Besonderes in der Abwesenheit Einzelner. Was Armeniens Beitrittspläne zur EU betrifft, so erfordern diese selbstverständlich besondere Überlegungen. Ich habe darüber schon mehrfach mit Premierminister Paschinjan gesprochen und wir sehen darin nichts Besonderes. Er wird es Ihnen bestätigen, ich habe es ihm schon mehrmals gesagt und kann es nun öffentlich wiederholen: Wir werden alles unterstützen, was dem armenischen Volk zugutekommt. Wir pflegen seit Jahrhunderten eine besondere Beziehung zum armenischen Volk. Und wenn eine bestimmte Entscheidung dem armenischen Volk zugutekommt, werden wir selbstverständlich nichts dagegen sein. Abe natürlich müssen wir aber einige Umstände berücksichtigen, die sowohl für uns als auch für unsere Partner wichtig sind. Was meine ich? Beispielsweise ist unser Handelsvolumen mit Armenien jetzt gesunken, im letzten und vorletzten Jahr war es deutlich höher, 2025 waren es aber immer noch 7 Milliarden US-Dollar. Angesichts des armenischen BIP von 29 Milliarden US-Dollar ist das eine beträchtliche Größe, und Armenien profitiert erheblich von der Eurasischen Wirtschaftsunion. Das gilt für die Landwirtschaft, für die verarbeitende Industrie, für Zölle und andere Abgaben und so weiter. Auch geht auch um Migration. Meiner Meinung nach wäre es sowohl für die Bevölkerung Armeniens als auch für uns als wichtigsten Wirtschaftspartner richtig, wenn so bald wie möglich eine Entscheidung getroffen würde, beispielsweise durch ein Referendum. Das geht uns zwar nichts an, aber im Prinzip wäre es völlig logisch, ein Referendum abzuhalten und die Armenier zu fragen, wie sie sich entscheiden. Dementsprechend würden wir die entsprechenden Schlüsse ziehen und den Weg einer friedlichen, vernünftigen und für beide Seiten vorteilhaften Scheidung einschlagen. Wir erleben derzeit all das, was sich in der Ukraine passiert ist. Und womit hat alles angefangen? Mit dem Beitritt oder dem versuchten Beitritt der Ukraine zur EU. Das war die erste Etappe, nur die erste. Wir hatten bereits damals Gespräche aufgenommen, auch mit den Europäern. Wir sagten ihnen: „Hört mal, die Standards zum Pflanzenschutz sind in Euren Ländern, in der EU und in Russland völlig verschieden.“ Wir haben übrigens deutlich strengere Standards zum Pflanzenschutz. „Es ist unmöglich, dass Eure Produkte über ukrainisches Gebiet auf den russischen Markt gelangen. Das können wir nicht zulassen, und damals hatten wir freie Grenzen, eine Freihandelszone mit der Ukraine. Wir wären gezwungen, die Grenze zu schließen.“ Dasselbe galt für eine ganze Reihe von Industriegütern. Ehrlich gesagt war ich überrascht von der harten, direkten Haltung der Europäer. Sie blieben in jeder Frage hart: Nein, nein, nein. Schließlich hat der damalige Präsident Janukowitsch das Dokument genauer gelesen, es abgewogen und gesagte „Nein, dazu bin ich wohl noch nicht bereit.“ Weil der Schaden für die ukrainische Wirtschaft zu groß gewesen wäre. Er den Beitritt nicht abgelehnt. Er sagte: „Ich muss das noch einmal überdenken und alles analysieren.“ All das führte später zu dem Staatsstreich, zur Krim-Geschichte, zur Positionierung der Südostukraine und zu Kampfhandlungen. Dazu hat das geführt. Das ist eine ernste Angelegenheit. Deshalb sollte man nicht ins Extreme treiben, sie müssen uns rechtzeitig sagen, was sie das und das tun werden. Daran ist nichts Besonderes. Man muss alles durchrechnen. Die armenische Seite muss es durchrechnen, und wir müssen es durchrechnen. Während ich diese Antwort gebe, denke ich: Es wäre durchaus möglich, das Thema beim nächsten Gipfel der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft anzusprechen. Frage: Guten Abend! Andrej Kolesnikow, Zeitung Kommersant. Putin: Guten Abend! Frage: Wladimir Wladimirowitsch, Sie sagten vor einiger Zeit, Sie würden einen Waffenstillstand ab dem 8. Mai verkünden. Putin: Ja. Frage: Dann hat Selensky einen Waffenstillstand ab dem 6. Mai verkündet. Sie haben dazu geschwiegen. Warum? Noch etwas. Medien haben berichtet, Robert Fico solle Ihnen eine Botschaft von Wladimir Selensky überbringen. Hat er das getan oder nicht? Denn dazu herrscht Schweigen darüber. Wir wissen nichts. Vielleicht geht es ja darum, dass Sie sich noch überwinden müssen, um mit Wladimir Selensky zu reden, oder nicht? Vielen Dank. Putin: Zunächst zum Waffenstillstand. In meinem letzten Telefonat mit dem US-Präsidenten, Herrn Trump, haben wir über den 9. Mai gesprochen. Übrigens sprach er darüber meiner Meinung nach sehr respektvoll. Er erinnerte an unser Bündnis im gemeinsamen Kampf gegen den Nationalsozialismus. Und ich sagte ihm, dass ich am 8. und 9. Mai eine Waffenruhe verkünden will. Warum am 8. Mai? Weil es im Westen der 8. Mai ist und sich die Ukraine dem angeschlossen hat, ich glaube, auch sie sehen den 8. Mai nun als den Tag des Sieges. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass Präsident Trump das aktiv unterstützt hat und wir es buchstäblich einen Tag später verkündet haben. Doch sobald wir es verkündet haben, gab es keine Reaktion von niemandem. Ein oder zwei Tage später, als Kiew offenbar darüber nachgedacht und sich sicher war, dass die US-Regierung das unterstützt, hielten sie es offenbar für eine gute Idee zu reagieren. Aber wie reagieren? Offenbar hielten sie es für unvorteilhaft, unserem Vorschlag einfach zuzustimmen, und so kamen sie mit einem anderen Vorschlag, beginnend am 6. Mai. Wissen Sie, für uns, für Russland, ist der 9. Mai keine Comedy-Show zum Spielen auf Klaviertasten. Für uns ist das ein heiliger Tag. Denn bei uns hat jede Familie gelitten. Wenn man bedenkt, dass die Sowjetunion 27 Millionen Opfer für den Sieg gebracht hat, dann hat die RSFSR, also die heutige Russische Föderation, fast 70 Prozent davon verloren. Nachkriegsdokumenten zufolge entfielen fast 70 Prozent der Verluste auf die RSFSR, genauer gesagt etwas über 69 Prozent. Rechnen Sie nach: Wenn 27 Millionen die Gesamtverluste sind, wie hoch sind dann die Verluste Russlands? Fast 19 Millionen Menschen. Natürlich ist das ein Ereignis, dass jeden Bürger der Russischen Föderation betrifft, jede Familie. Und hier spielen wir keine Spielchen. Wir haben einen Vorschlag unterbreitet, zwei Tage lang keine Antwort erhalten, und dann wurden plötzlich irgendwelche Spielchen getrieben. Bei solchen Spielchen spielen wir nicht mit. Aber da der US-Präsident später auch noch den Vorschlag machte, einen Austausch durchzuführen, den auch wir am 5. Mai vorgeschlagen hatten – fragen Sie [FSB-Direktor Alexander] Bortnikow, er wird das nicht verheimlichen, wir haben eine Liste mit 500 Personen geschickt –, haben wir das natürlich begrüßt und waren bereit, ihn durchzuführen. Und das taten wir auch, indem wir die Waffenruhe um weitere zwei Tage verlängerten, in der Hoffnung, den Austausch durchführen zu können. Ich hoffe, wir werden es letztendlich schaffen. Und was war der zweite Teil der Frage? Frage: Die Botschaft. Putin: Ja, Herr Fico hat mir davon erzählt, von seinem Treffen. Es gab keine konkrete Botschaft, aber ich habe erneut gehört, dass die ukrainische Seite, Herr Selensky, zu einem persönlichen Treffen bereit ist. Ja, das habe ich gehört. Aber es ist nicht das erste Mal, dass wir das hören. Was kann ich dazu sagen? Wir haben das nie abgelehnt, und ich habe das nie abgelehnt. Ich schlage dieses Treffen nicht vor, aber wenn jemand es vorschlägt, soll jeder, der sich treffen möchte, nach Moskau kommen, und wir treffen uns. Wir könnten uns in einem Drittland treffen, aber erst, nachdem endgültige Vereinbarungen über einen Friedensvertrag getroffen wurden, der auf eine langfristige historische Perspektive ausgelegt sein muss, und könnten an der Veranstaltung teilnehmen oder etwas unterzeichnen, aber es muss sich eine endgültige Vereinbarung sein, nicht nur Verhandlungen, denn wir wissen, was Verhandlungen sind. Ich habe das in Minsk während der Ausarbeitung der Minsker Abkommen selbst erlebt. Man kann stundenlang, endlos, Tag und Nacht reden, ohne dass es was bringt. Die Experten müssen hart arbeiten und alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass beide Seiten verstehen, dass über die Abkommen vollständige Einigkeit herrscht. Dann können wir uns überall treffen, entweder zur Unterzeichnung oder um bei der Unterzeichnung anwesend zu sein. Frage: Kann ich noch was zur Ukraine nachfragen? Putin: Bitte. Frage: Alexander Yunashev, Live. Guten Tag, Wladimir Wladimirowitsch! Herzlichen Glückwunsch zum Feiertag! Putin: Guten Abend! Frage: Angesichts Ihrer Ausführungen zu den Verhandlungen: Wie stehen Sie generell zur Fortsetzung der Gespräche mit den Amerikanern über die Beilegung des Ukraine-Konflikts? Die Pause seit den letzten Verhandlungen wird immer länger, die Gespräche waren im Winter. Angesichts dessen, dass Rubio sagte, es lohne sich möglicherweise gar nicht, Zeit damit zu verschwenden… Putin: Hören Sie, es geht hier in erster Linie um Russland und die Ukraine. Wenn uns jemand helfen will und das auch tut – und wir sehen, dass die derzeitige US-Regierung und der US-Präsident aufrichtig, ich möchte das betonen, aufrichtig um eine Lösung ringen, denn sie brauchen diesen Konflikt ganz offensichtlich nicht, sie haben viele andere Prioritäten, dann sind wir ihnen dankbar. Aber dies ist in erster Linie eine Angelegenheit zwischen Russland und der Ukraine. Frage: Guten Abend! Pavel Sarubin, Rossiya TV. Die wichtigsten weltweiten Nachrichten der letzten zweieinhalb Monate waren natürlich die Ereignisse um den Iran. Wie könnte sich die Lage im Nahen Osten und am Persischen Golf Ihrer Meinung nach weiterentwickeln? Und sehen Sie realistische Aussichten auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran? Und diese Frage muss ich einfach stellen: Sie erwähnten kürzlich, dass die terroristische Bedrohung durch das Kiewer Regime zunimmt. Wir beobachten derartige Angriffe auf weit von der Grenze entfernte Städte wie Jekaterinburg, Perm und die jüngsten Ereignisse in Tscheboksary. Ist der Westen nicht zu weit gegangen? Schließlich gibt der Westen selbst zu, dass das Kiewer Regime ohne seine Unterstützung nicht einmal ein paar Tage überlebt hätte. Vielen Dank. Putin: Was ist der Westen? Ich denke, das ist der sogenannte globalistische Teil der westlichen Eliten. Dieser Teil führt mit den Händen der Ukrainer Krieg gegen uns. Sie haben in diesem Sinne bequem eingerichtet. Sie haben den Konflikt provoziert. Ich habe bereits erzählt, wie alles angefangen hat. Ich habe mir den Ausgangspunkt ja nicht ausgedacht. Merkwürdigerweise ging es um den Beitritt oder Nicht-Beitritt der Ukraine zur EU. Sollen sie beitreten, wenn sie wollen, aber die Situation eskalierte zu einem bewaffneten Konflikt. Und warum? Weil allen Russlands Interessen wurscht waren. Mehr noch, in ihrem Bestreben, die Ukraine als Instrument für ihre geopolitischen Ziele zu missbrauchen, haben diese westlichen Akteure alle betrogen und sie geben es ja nun öffentlich zu. Schon Anfang der 1990er-Jahre begannen sie, uns bei der NATO-Osterweiterung zu betrügen. „Die NATO wird keinen einzigen Schritt nach Westen machen“, sagten sie uns damals. Und? Wo sind sie? All das zusammen hat die aktuelle Situation provoziert. Sie führen also Krieg mit uns, aber, ich wiederhole, das ist längst allen klar, mit den Händen der Ukrainer. Meine Kollegen und ich haben kürzlich darüber gesprochen und uns an die damaligen Ereignisse erinnert. Schließlich hatten wir 2022 in Istanbul eine Vereinbarung mit den Ukrainern erzielt, die sie paraphiert haben. Dann rief mich ein Kollege an – was soll ich es verheimlichen, Herr Macron – und sagte: „Die Ukraine kann solche historischen Dokumente nicht mit der Pistole an der Schläfe unterzeichnen.“ Das war das Zitat, wir ja eine Aufzeichnung des Gesprächs. Ich sagte: „Was soll ich tun?“ „Die Truppen von Kiew abziehen.“ Nun, wir haben sie abgezogen. Dann tauchte noch ein Vertreter aus dem Show Business auf, der damalige britische Premierminister. Und was sagte er? „Das dürft Ihr nicht unterzeichnen, dieses Abkommen ist unfair.“ Aber wer entscheidet, ob es fair ist oder nicht? Wenn der Leiter des ukrainischen Verhandlungsteams diese Dokumente paraphiert hat, was ist daran unfair? Wer entscheidet das? Nun, wunderbar, sie versprachen Hilfe und begannen, die Konfrontation mit Russland zu eskalieren, die bis heute andauert. Ich denke, das nähert sich einem Ende, aber es ist immer noch eine ernste Sache. Es stellt sich die Frage: Wozu? Zunächst erwarteten sie eine „vernichtende Niederlage“ Russlands, wir wissen das nur zu gut, den Zusammenbruch der Staatlichkeit innerhalb weniger Monate. Das hat nicht geklappt. Und dann sind sie in diese Sackgasse geraten und scheinen nicht mehr herauszukommen, das ist das Problem. Obwohl es dort kluge Leute gibt. Es gibt welche, die das Wesen der Situation verstehen. Ich hoffe, diese politischen Kräfte werden allmählich wieder an die Macht kommen oder sie mit der Unterstützung der überwältigenden Mehrheit der europäischen Länder ergreifen. Was den Konflikt zwischen dem Iran und den USA betrifft, so ist das sehr schwieriger und komplexer Konflikt, der uns in eine schwierige Lage bringt, da wir gute Beziehungen zum Iran und, ohne Übertreibung, freundschaftliche Beziehungen zu den Staaten des Persischen Golfs pflegen. Wir stehen weiterhin mit beiden Seiten in Kontakt. Wir hoffen, dass dieser Konflikt so schnell wie möglich beigelegt werden kann. Meiner Meinung nach hat niemand mehr ein Interesse an der Fortsetzung dieser Konfrontation. Natürlich verstehen wir, dass erzielte Abkommen die Interesse aller Völker und Staaten der Region berücksichtigen müssen. Es gibt verschiedene Optionen. Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen, wir können uns vorstellen, welche das sein könnten, und insgesamt sind sie erreichbar. Sollte die Situation hingegen eskalieren , werden alle verlieren. Frage: Glückwunsch zum Feiertag! Rossina Bodrova, Fernsehsender Zvezda. Wladimir Wladimirowitsch, wir wissen, dass es eine „Koalition der Willigen“ gibt, um Kiew und der Ukraine zu helfen, doch in letzter Zeit hat sich auch eine „Koalition der Willigen“ herausgebildet hat oder vielleicht sogar wiederbelebt hat, die Kontakte zu Russland will. Der Präsident des Europäischen Rates hat das erst gestern erklärt und hinzugefügt, man suche nach dem idealen Kandidaten, der idealen Person, die alle vertreten soll. Meine Frage: Wer wäre Ihr Wunschkandidat für solche Verhandlungen? Und glauben Sie, dass es in Westeuropa noch vernünftige Politiker gibt, mit denen wir einen Dialog führen können? Putin: Persönlich würde ich den ehemaligen Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Schröder, bevorzugen. Aber sonst sollen die Europäer einen Anführer aussuchen, dem sie vertrauen und der keine Bosheiten über uns gesagt hat. Bitte, wir waren Verhandlungen gegenüber nie verschlossen, niemals. Nicht wir haben uns geweigert, sondern sie. Frage: Guten Tag, Wladimir Wladimirowitsch! Anna Kurbatowa, Erster Kanal. Es ist eine schwierige Frage, wenn Sie erlauben: Was beobachten wir derzeit? Putin (lachend): Müssen Sie wirklich eine schwierige Frage stellen? Heute ist ein Feiertag. Frage: Der Himmel über dem Baltikum wird im Grunde zu einem Korridor für ukrainische Drohnen. Die Drohnen, mit denen sie uns angreifen, werden in Fabriken in der EU montiert. Das Verteidigungsministerium hat eine Liste veröffentlicht, die Adressen, Standorte und so weiter sind bekannt. Was werden wir mit diesen Informationen tun? Und – diese Frage wurde bereits teilweise angesprochen, lassen Sie mich sie, wenn Sie erlauben, präzisieren – wir weiten die Sicherheitszone in unserem Grenzgebiet aus, sehen aber auch, dass Drohnen der ukrainischen Streitkräfte bereits unser Hinterland angreifen, darunter Perm, die Region Leningrad und Tuapse. Bedeutet das, dass wir die Sicherheitszone weiter ausdehnen müssen, aber wie weit? Vielleicht bis zu den westlichsten Grenzen der Ukraine… Putin: Nun, Sie haben diese Frage beantwortet. Wir müssen sicherstellen, dass uns niemand bedroht, das ist alles. Und daran werden wir arbeiten. Und wir wissen, dass man ihnen in Europa Technologie gibt und dass ein Teil ihrer Ausrüstung dort montiert wird. Sie erhöhen die Einsätze, aber nach dem, was eben gesagt wurde, suchen sie bereits den Kontakt zu uns, da sie erkennen, dass diese Erhöhung teuer werden könnte. Bitte. Frage: Vielen Dank. Nassr Hassan, Russia Today. Herr Präsident, ich komme zurück zum Thema der Lage im Persischen Golf. Eine der harten Bedingungen, auf denen die USA bestehen, ist der Abtransport des angereicherten Urans. Russland hat sein eigenes Gebiet für den Abtransport angeboten, aber die USA lehnen das ab. Die Iraner sagen, sie wollen es bei sich behalten. Wie sehen Sie in dieser Situation einen Ausweg? Putin: Wissen Sie, ich teile Geheimnisse mit Ihnen, aber die sind nur einigermaßen geheim. Wir haben das nicht nur vorgeschlagen, wir haben es bereits 2015 getan. Der Iran vertraut uns vollkommen, und das aus gutem Grund, denn erstens haben wir nie ein Abkommen gebrochen und zweitens führen wir Irans friedliches Atomprogramm fort. Wir haben Buschehr bereits gebaut, es ist in Betrieb, und wir bauen es weiter aus. Wir setzen unsere Arbeit fort und unsere Zusammenarbeit im Bereich der friedlichen Nutzung der Atomenergie ist nicht von der aktuellen Politik abhängig. Wir haben das 2015 getan, und das war die Grundlage für das Abkommen zwischen allen interessierten Ländern und dem Iran, es spielte also eine sehr positive Rolle. Diese Erfahrung gibt es. Ich habe bereits gesagt, dass wir bereit sind, diese Erfahrung zu wiederholen. Und zuerst, das ist das gewisse Geheimnis, haben alle zugestimmt: die Vertreter der USA, des Irans und Israels. Doch dann verschärften die USA ihre Position und forderten, dass das Uran ausschließlich in die USA transportiert werden dürfe. Daraufhin verschärfte auch der Iran seine Position, und mir wurde mitgeteilt, dass Herr Larijani gekommen sei, der leider inzwischen verstorben ist. Das ist sehr schade, denn er war ein Mann, mit dem man einen konstruktiven Dialog führen konnte, er konnte zuhören, hörte zu und ging auf alles ein. Doch dann kam er und sagte: „Nein, wissen Sie, wir haben unsere Position ebenfalls geändert. Wir sind nun nicht mehr bereit, das angereicherte Uran irgendwohin zu transportieren. Wir schlagen Russland ein neues Kooperationsmodell vor, die Gründung eines Joint Ventures im Iran, um das Uran dort gemeinsam zu verdünnen.“ Ich sagte: „Bitte sehr, wir sind nicht dagegen. Hauptsache, es entschärft die Situation. Aber ich glaube nicht, dass dem noch irgendjemand zustimmen wird, weder die USA noch Israel.“ Und so kam es, und ehrlich gesagt, ist die Situation in diesem Bereich in einer Sackgasse gelandet. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch. Ich denke, es sind gute Vorschläge. Warum? Weil erstens, wenn alle zustimmen, kann der Iran absolut sicher sein, dass er diese Materialien in ein befreundetes Land transportiert hat, das mit dem Iran bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie zusammenarbeitet und das auch weiterhin tun wird. Der Iran will kein anderes Atomprogramm, er will keine Atomwaffen. Es gibt die Fatwa des ehemaligen geistlichen Führers, und wir haben wiederholt Erklärungen zu dem Thema gehört. Die IAEA hat nie behauptet, es gäbe Beweise dafür, dass der Iran Atomwaffen anstrebt. Meiner Meinung nach könnten auch alle anderen Beteiligten an diesem Prozess daran interessiert sein. Ich denke, der Vorschlag könnte sie zufrieden stellen. Warum? Erstens, alle haben gesehen, wie viel und wo es ist. Zweitens, alles stünde unter der Kontrolle der IAEA. Und drittens, die Verdünnung des Urans würde ebenfalls unter der Kontrolle der IAEA organisiert und wäre transparent und sicher. Gleichzeitig wollen wir nichts dafür, es ist nict so, dass wir uns – um es mal so auszudrücken – „politisch profilieren“ wollen und behaupten, ohne uns ginge nichts. Nein, wir möchten lediglich einen kleinen Beitrag zur Entschärfung der Situation leisten, wenn alle das wollen. Wenn sie es nicht wollen, dann eben nicht. Wir werden aber jede Situation, jede Lösung unterstützen, die diese Sackgasse durchbricht und den Weg zu einer friedlichen Beilegung ebnet. Und ich denke, es gibt hier auch Nuancen, aber darüber rede ich hier jetzt sicher nicht, aber Kompromisse sind möglich. Frage: Lyudmila Alexandrova, Moskovsky Komsomolets. Es ist bekannt, dass derzeit intensive Vorbereitungen für Ihren Besuch in China laufen und auch ein Treffen zwischen Trump und Xi Jinping erwartet wird. Könnten Sie uns bitte mitteilen, ob es einen Zusammenhang zwischen diesen beiden diplomatischen Kontakten gibt? Und wenn möglich, welche wichtigen Themen möchten Sie mit Xi Jinping besprechen? Putin: Daran ist nichts geheim. Erstens, und das sagen wir immer, ist die Zusammenarbeit zwischen Russland und China heute ein entscheidender Faktor für die Stabilisierung der internationalen Beziehungen. Schließlich gibt es kaum noch Verträge, die Sicherheit, Abrüstung oder nukleare Rüstungskontrolle regeln. Und die Zusammenarbeit zwischen Staaten wie China und Russland ist zweifellos ein Faktor der Abschreckung und Stabilität. Das ist das erste. Zweitens sind sie unser größter Handels- und Wirtschaftspartner. Über 140 Milliarden Dollar Umsatz sind beträchtlich und er wächst stetig. Das ist das zweite. Drittens ist er diversifiziert, und diese Diversifizierung setzt sich in Hightech-Branchen fort, was sehr wichtig ist. Ich möchte der Führung der Volksrepublik China danken, und mein Freund, wie ich aus gutem Grund sage, der Präsident der Volksrepublik China, Herr Xi Jinping, unterstützt das persönlich. Ich sehe es, ich spüre es, er unterstützt die Diversifizierung hin zu Hightech-Industrien. Es gibt aber auch Fragen im Energiesektor. Die Kernenergie ist eine davon. Wir arbeiten weiterhin mit China zusammen und bauen Kernkraftwerke. Das sind alternative Energiequellen, und China hat hier bedeutende Fortschritte erzielt, aber es gibt dennoch auch Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Das schließt den Weltraum ein. Das schließt traditionelle fossile Energieträger, sowohl Öl als auch Gas, ein. Ich möchte jetzt nicht näher darauf eingehen, aber im Prinzip herrscht weitgehende Einigkeit darüber, einen wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit im Öl- und Gassektor zu unternehmen. Ich möchte in diesen Angelegenheiten nicht vorgreifen, ich sehe es, und meine Kollegen haben mir berichtet, dass praktisch alle wichtigen Punkte geklärt sind. Wenn wir diese Vereinbarungen abschließen und das während des Besuchs klären können, wäre ich sehr erfreut. Dass die USA die Kontakte zu China fortsetzen, ist sehr wichtig und wir begrüßen das, denn das ist ein weiteres Element der Stabilität. Erstens sind beide Länder sehr wichtige Handels- und Wirtschaftspartner, und der Zustand der gesamten Weltwirtschaft hängt von ihrer Zusammenarbeit ab. Wir beobachten das genau und gehen davon aus, dass es keine illegitimen Sanktionen oder wirtschaftlichen Spannungen zwischen den beiden Ländern geben wird. Wir profitieren davon nur, von dieser Stabilität und der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den USA und China. Frage: Anton Solotnitsky, Iswestija. Ich möchte auf den Tag des Sieges zurückkommen. Europäische Politiker haben Druck auf die in Moskau versammelten Staats- und Regierungschefs ausgeübt und versuchen generell weiterhin, die Geschichte umzuschreiben und die Rolle der Sowjetunion am Sieg über den Nationalsozialismus auszulöschen. Wie beurteilen Sie diese Aktivitäten? Und wohin könnten sie Europa führen? Putin: Diese Dummheit könnte letztendlich ins Nichts führen. Frage: RIA Novosti, Olga Wolkowa. Anknüpfend an die Frage meines Kollegen möchte ich eine Frage zum Thema Geschichtsbewusstsein und dessen Bewahrung stellen. Warum, glauben Sie, vermeidet Europa derzeit so beharrlich jede Erwähnung der Heldentaten sowjetischer Soldaten ? Sie haben sogar das St.-Georgsband verboten. Glauben Sie angesichts der aktuellen Stimmung im Westen, dass sich das weiter verschlimmern wird? Kann Russland da etwas tun? Putin: Je stärker Russland wird, desto schneller wird das verschwinden. Das ist das erste. Zweitens: Warum passiert das überhaupt? Ich glaube, das ist, so seltsam es auch klingen mag, eine Manifestation von Revanchismus seitens jener globalistischen westlichen Eliten, die ich bereits erwähnt habe. Es ist zwar noch nicht Nacht, aber schon spät. Was meine ich damit? Schließlich habe ich es ja schon gesagt, und wir wissen alle, dass alle auf Russlands schnellen Zusammenbruch spekuliert haben, innerhalb von sechs Monaten, so ihre Vorstellung, würde alles zusammenbrechen: Unternehmen würden still stehen, das Bankensystem würde zusammenbrechen, Millionen von Menschen würden ihre Existenzgrundlage verlieren. Übrigens haben wir die niedrigste Arbeitslosenquote aller G20-Staaten, aktuell sind es 2,2 Prozent. Und alle haben darauf spekuliert, Russland etwas wegzunehmen, sich etwas unter den Nagel zu reißen, verzeihen Sie die Einfachheit des Ausdrucks. Warum ist Finnland der NATO beigetreten? Hatten wir mit Finnland etwa irgendwelche Gebietsstreitigkeiten? Nein, alles war längst geklärt, es gab keinen Grund für einen Beitritt, und die finnische Führung hat das vollkommen verstanden. Warum sind sie also der NATO beigetreten? Sie hofften, dass hier alles zusammenbrechen würde, und nun stehen sie da, dumm gelaufen. Sehen Sie, sie bauen bereits eine Grenze entlang der Sestra. Ich würde ja gern eine bestimmte Handbewegung machen, aber da ich aus der kulturellen Hauptstadt Russlands komme, halte ich mich zurück. Ich denke, dass das, was geschieht, größtenteils genau von derartigen Überlegungen diktiert wird. Doch jetzt, wo sie zu verstehen beginnen, dass das alles nicht so einfach ist, dass Probleme auftauchen, die schwer zu überwinden sind, und es besser ist, nach Wegen zu suchen, die normalen Beziehungen wiederherzustellen, besser, auf Vereinbarungen hinzuarbeiten, auf für beide Seiten akzeptable Vereinbarungen… Wir haben unsere Beziehungen zu Europa übrigens stets auf den Prinzipien gegenseitigen Respekts und der Berücksichtigung der Interessen aufgebaut. Das ist keine leere diplomatische Rhetorik. Genau das haben wir getan. Heutzutage spricht nicht jeder so mit Europa. Aber wir haben es immer so gemacht. Abe wie sich zeigte, reichte denen das nicht. Ich hoffe, dass die Erkenntnis, dass das ein Fehler war, inzwischen deutlich geworden ist und an Dynamik und Stärke gewinnt, sodass wir letztendlich die Beziehungen zu vielen Ländern wiederherstellen können, die derzeit versuchen, unsere Beziehungen zu verraten. Je eher das geschieht, desto besser für uns, und in diesem Fall auch für die europäischen Länder. Vielen Dank. Schöne Feiertage, einen schönen Tag des Sieges! Auf Wiedersehen. Ende der Übersetzung https://anti-spiegel.ru/2026/putin-im-o-ton-ueber-die-ukraine-den-iran-die-usa-und-china/

Donnerstag, 16. April 2026

Lüge und Täuschung wie immer - von Wolfgang Bittner

Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29768&css=print Krieg und Frieden Der Iran ist das siebente Land auf der Liste Lüge und Täuschung, wie immer Von Wolfgang Bittner Die Verhandlungen in Genf zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm schienen gerade zu einem Erfolg zu führen, als am 28. Februar 2026 plötzlich die US-amerikanischen und israelischen Raketen flogen und der Krieg gegen den Iran begann. Dieser Krieg hat eine lange Vorgeschichte. 1951 erfolgte – noch während der Pahlewi-Dynastie – unter dem gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh die Verstaatlichung der Ölindustrie, wogegen die CIA und der britische MI6 mit gezielten Aktionen vorgingen. Daraufhin wurde Mossadegh 1953 im Rahmen einer „Operation Ajax“ entlassen und festgenommen, womit ein laizistischer Staat verhindert wurde und ein internationales Konsortium Zugriff auf die iranischen Ölvorkommen erhielt. 1979 verließ dann der Schah Mohammed Resa Pahlewi das Land, der Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück und der Iran wurde eine autoritär geführte islamische Republik. Schiras‘ Rosen Uralte Kultur im Fadenkreuz, Barbaren schicken Bomben, gefährdet ist die Rosenstadt, Moscheen, Tempel, Gärten. Und Hafis sang von Rosen, die blühten in den Gärten, und Saadi sang von Weisen, geraten unter Toren. Doch der Pilot, der Bomben wirft, kennt Hafis nicht und Saadi, und der Raketen steuert, weiß nichts von Schiras‘ Rosen. Hafis, persischer Dichter, um 1315-1390 Saadi, persischer Dichter, um 1210-1292 Seither steht das Land im Fokus der USA und der Briten und kam nicht mehr zur Ruhe. Es nimmt zwar mit den größten Erdgas- und viertgrößten Erdölvorkommen erheblichen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. Zudem unterhält es wirtschaftliche Beziehungen zu westlichen Ländern sowie wirtschaftliche und militärische Kooperationsabkommen mit Russland und China. Die erdrückenden Sanktionen der USA, denen sich Großbritannien und die Staaten der Europäischen Union angeschlossen haben, führten jedoch zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen. Hinzu kommt, dass der Iran als größte Regionalmacht Vorderasiens eine inoffizielle Militärkoalition anführt, wozu Hamas, Hisbollah und Huthi gehören. Das hat ihm, wie auch anderen Ländern, die sich gegen den verheerenden Einfluss der USA und Westeuropas wehren, deren erbitterte Gegnerschaft eingetragen. So gesehen, ging es Ende Februar 2026 bei dem völkerrechtswidrigen Angriff und der Ermordung Ajatollahs Ali Chamenei, des Nachfolgers von Ruhollah Chomeinis, nur zum Teil um die Beilegung des Atomstreits. Wie zum Beispiel 2015 in Minsk, als Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts stattfanden, die sich als Täuschungsmanöver der westlichen Allianz erwiesen, gab es auch in Genf lediglich Scheinverhandlungen zur Aufgabe des iranischen Atomprogramms. Dass die USA ganz andere Pläne hatten, zeigt ein kurzer Blick hinter die Kulissen. 2007 enthüllte der Viersternegeneral Wesley Clark, zeitweise Oberbefehlshaber der NATO, skandalöse Interventionsvorhaben der Bush-Administration gegen sieben Länder. Clark sagte, es habe unmittelbar nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 einen Plan für Regimewechsel und Kriege im Nahen Osten und in Afrika gegeben. Gelistet waren außer Afghanistan der Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und letztlich der Iran. [1] Die Interventionen gegen sechs Länder wurden nach und nach „abgearbeitet“, nur der Iran war übrig geblieben, und dieser Krieg wird nach Jahren der Intrigen, Hetze und Sanktionen jetzt nachgeholt. Dass die USA damit ein weiteres Pulverfass angezündet haben und die Konflikte mit Russland und China eskalieren, scheint Donald Trump in Kauf zu nehmen – ein Beweis dafür, dass es eine Langzeitstrategie der USA gibt, die unabhängig von der jeweiligen Präsidentschaft funktioniert. Unter der Regierung von Donald Trump ist vieles anders, chaotischer geworden. Aber Trump führt die US-Politik im Sinne der Wirtschafts- und Finanzeliten sowie des Militärisch-Industriellen Komplexes weiter wie vorgesehen. Wieder haben die USA, diesmal zusammen mit Israel, einen mörderischen Krieg begonnen. Welche Auswirkungen er letztlich haben wird und wie er enden wird, ist derzeit nicht absehbar. Aber der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der dem US-Präsidenten am 3. März seine Aufwartung gemacht hat, weiß von der Entwicklung im Iran und den Hintergründen der US-Aggression offensichtlich nichts. Völkerrecht hin oder her, er findet den Angriff auf den Iran nötig und gerechtfertigt. [2] Quellen [1] Vgl. Amy Goodman: Syriens Wahrheit, 6.3.2012, www.youtube.com/watch?v=kkE8Gp-nWEs (aufgerufen am 4.3.2026) [2] Vgl. www.youtube.com/watch?v=bhomZMUr_eI (aufgerufen am 4.3.2026) Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Zuletzt erschien im Verlag Hintergrund sein Buch „Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland“, Berlin 2025.

Mittwoch, 8. April 2026

Kubas Revolution verteidigen - Arnold Schölzel

https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2026/RF-335-02-26.pdf AKTUELLES AUS dem „RotFuchs“ April 2026 Kubas Revolution verteidigen Jede sozialistische Revolutuion, die dem Imperialismus Land entreißt Land dem Imperialismus entreißt, ist tödlicher Gefahr ausgesetzt. Gegen die russische Oktoberrevolution 1917 setzten die Westmächte, aber auch Deutschland und Österreich-Ungarn sofort ihre Truppen und Geheimdienste in Marsch und befeuerten von außen den Bürgerkrieg. Beides endete erst 1921. Keine 20 Jahre später zielte das Hitlerregime auf die Zerstörung der Sowjetunion, auf die Ausrottung eines Großteils der Bevölkerung und auf die Versklavung der übrigen. Zusammen mit der Wehrmacht drangen Truppen aus Italien, Finnland, Ungarn, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Fremdenlegionäre der SS-Truppen ein. Die Rote Armee besiegte sie und erkämpfte der Welt einen Sieg, der die Weltgeschichte veränderte. In Asien, Afrika und Lateinamerika begannen nationale Befreiungskriege, auch die kubanische Revolution von 1959 war ein Teil dieser Welle. Das sitzt Imperialisten noch immer in den Knochen. So rief US-Außenminister Marco Rubio am 13. Februar auf der Münchener Sicherheitskonferenz die Westeuropäer zum Roll Back dieser Entwicklung auf. Durch „gottlose kommunistische Revolutionen“ und „antikoloniale Aufstände“ sei es mit dem Westen seit 1945 abwärtsgegangen; das münde nun in der heutigen „Massenmigration“. „Europa“ und die USA gehörten daher zusammen, um die drohende Auslöschung der Zivilisation zu stoppen. Die USA würden das aber auch „notfalls allein“ erledigen. Was gemeint ist, zeigt seit dem 28. Februar der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran. Der ist ein kapitalistisches Land, dessen Regierung massenhaft Kommunisten und Sozialisten abgeschlachtet hat, ordnet sich aber den USA nicht unter und verfügt zudem über riesige Vorräte an Öl und Gas. Das reicht als Kriegsgrund. Allerdings wehrt sich die iranische Regierung, was US-Präsident Donald Trump offenbar überrascht hat. Seine Aussagen zum Krieg sind jedenfalls wirr. Der sei „vollendet“, erklärte er am 9. März, aber „noch nicht gewonnen“. Er werde aber „bald, sehr bald“ enden. Am 15. März steckte Trump offenbar endgültig fest, jedenfalls drohte er in einem Interview mit der „Financial Times“ sogar der NATO mit einer „sehr schlechten Zukunft“, sollten die Verbündeten den USA bei der militärischen Öffnung der Straße von Hormus nicht beistehen. Trumps achter Kriegseinsatz in seiner zweiten Amtszeit belegt: Kriege und besonders Kolonialkriege sind im imperialistischen Stadium des Kapitalismus gesetzmäßig. Hinzu kommt der Faktor Persönlichkeit: Trump ist unberechenbar – mit unabsehbaren Folgen für den Weltfrieden. Der hängt auch mit an Kuba, das Trump mehrfach für „reif“ und als „nächstes“ Ziel seiner Raubzüge bezeichnet hat. Kuba hat seit der Revolution 13 US-Präsidenten überstanden, die mit Blockade, Gewalt, wirtschaftlichem Zwang oder erdrosselnder Umarmung versuchten, den Sozialismus auf der Insel zu beseitigen. Das Datum 17.  April 1961 erinnert besonders daran: Vor 65 Jahren begann die CIA-gesteuerte Invasion in der Schweinebucht, die von den revolutionären Streitkräften in wenigen Tagen zurückgeschlagen werden konnte. 2026 ist die Insel allerdings in der vermutlich schwierigsten Lage seit damals. Am 13. März, am kubanischen Tag der Verteidigung, informierte Kubas Staats- und Parteichef Miguel Díaz-Canel in Havanna, daß seit drei Monaten keine Treibstofflieferung sein Land erreicht hat. Da Kubas Stromproduktion stark auf Öl angewiesen ist, sind die Folgen des Ausfalls von Elektrizität in allen Bereichen verheerend. Zugleich teilte er mit, daß die kubanische Regierung Gespräche mit den USA führt, und sprach von einem „Dialog in frühen Phasen“. Kontras aus dem Ausland versuchten bereits, mit und ohne Waffen Unruhe zu stiften, es kam zu ersten gewalttätigen Protesten gegen die Krise, aber auch gegen die revolutionäre Regierung. Kubas Revolution ist bewaffnet, vor allem aber wird sie von der Mehrheit der Bevölkerung getragen. Das ist ihre Verteidigungsgrundlage. Kuba hat viel internationale Kubas Revolution verteidigen! Solidarität geleistet – militärisch, medizinisch, pädagogisch. Es ist keine Übertreibung zu sagen: Das Überleben der Menschheit hängt auch davon ab, daß tatkräftig Solidarität mit Kuba geleistet wird. Die Insel ist ein Symbol für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt. Das macht sie zum Angriffsziel des Imperiums. No pasaran! Sie werden nicht durchkommen! Arnold Schölzel

Donnerstag, 26. März 2026

Russland, China und der Selbstmord des US-Imperiums in Iran / Rainer Rupp

https://www.freidenker.org/?p=24725 Russland, China und der Selbstmord des US-Imperiums in Iran 25. März 2026China, Deindustrialisierung, Diplomatie, Donald Trump, Energiekrise, Geopolitik, Geostrategie, Hegemonie, Imperialismus, Irankrieg, Irrationalismus, Nahostkonflikt, Politische Ökonomie, Preisentwicklung, Russland, USA, Weltmacht Die USA sind nicht mehr die unangefochtene Weltmacht. Sie sind im Abstieg und Trumps willkürlicher Krieg gegen Iran beschleunigt den Fall. Auf die Frage, wie die beiden anderen Supermächte darauf reagieren, hat der norwegische Geopolitik-Experte, Prof. Glenn Diesen, versucht, eine Antwort zu geben. Von Rainer Rupp Erstveröffentlichung am 21.03.2026 auf RT DE In einem brisanten Gespräch mit Judge Andrew Napolitano kam der norwegische Geopolitik-Experte, Prof. Glenn Diesen, am 18. März 2026 zu dem Schluss, dass der brutale, unprovozierte, hinterhältige und völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran der letzte Versuch Washingtons war, den relativen Niedergang des US-Imperiums aufzuhalten. Der letzte Versuch, die Entwicklung umzudrehen und die einst unbestrittene US-Hegemonie über den Mittleren Osten wieder herzustellen, zumal diese Region von essenzieller Bedeutung für die globale Energieversorgung ist. Statt erfolgreich zu sein, ist dieser Versuch für die Trump-Regierung und Israel zu einem Rohrkrepierer geworden. Denn in weniger als drei Wochen seit Kriegsausbruch ist der langsame US-Niedergang in den freien Fall Qübergegangen, für die ganze Welt erkennbar. Nirgends wird das deutlicher als in den Reaktionen Moskaus und Pekings. Was für Trump und Netanjahu ein strategischer Geniestreich werden sollte, hat sich für die beiden anderen Großmächte als Lehrstück über amerikanische Ausweglosigkeit, Panik, verzweifelte Lügen, sich selbst ständig widersprechende Ausreden und – am wichtigsten – die totale Zerstörung der eigenen Vertrauenswürdigkeit in der internationalen Diplomatie entpuppt. Von vorsichtiger Hoffnung über Trumps Wiederwahl zur eiskalten Ernüchterung Noch vor einem Jahr herrschte im Kreml vorsichtiger Optimismus. Trump hatte im Wahlkampf Diplomatie versprochen – und hielt zumindest anfangs Wort. Er nahm direkte Gespräche mit Moskau wieder auf, nach drei Jahren totaler Funkstille unter Biden. Er sprach offen davon, den Ukraine-Krieg „in 24 Stunden“ zu beenden. Aus russischer Sicht war das ein klares Zeichen dafür, dass Washington ein vitales Interesse daran hatte, Russland von China wegzuziehen und auf seine Seite der globalen Machtbilanz zu holen, statt es weiter in die Arme Pekings zu treiben, so der Geostratege Prof. Diesen. Der Kreml hatte zwar Trumps einfach strukturierten Plan durchschaut, aber vor dem Hintergrund der fanatisierten Russenhasser in den europäischen Regierungsspitzen hatte Trumps Ouvertüre den Russen viele Möglichkeiten für kreative Diplomatie eröffnet, die die Europäer aus dem Gleichgewicht brachte. Dennoch sei inzwischen Russlands Hoffnung auf einen bilateralen Deal mit den USA zerplatzt. Prof. Diesen formuliert es gnadenlos: Die Russen fragen sich inzwischen, „ob Trumps Diplomatie nur eine Falle war“. Der Iran-Krieg liefert den endgültigen Beweis. Zweimal hat Washington Diplomatie als Tarnung für Überraschungsangriffe missbraucht. Das erinnert fatal an die US-unterstützten, ukrainischen Angriffe auf russische Nuklearbomber und strategische Radaranlagen, sowie an den mutmaßlichen Attentatsversuch auf Präsident Putin in seiner Residenz in Waldai. Inzwischen habe der Kreml die bittere Konsequenz gezogen und sei dabei, die gesamte Geschichte mit Trump neu zu schreiben. War er jemals ernsthaft an Entspannung interessiert? Oder hat er Moskau nur hingehalten, um Zeit zu gewinnen? Prof. Diesen sieht hier den entscheidenden Wendepunkt: Russland lernt, dass US-Diplomatie unter dem Banner der Wiederherstellung der Hegemonie nicht mehr vertrauenswürdig ist. Jede Verhandlung kann der Auftakt zum nächsten Schlag sein. Pekings Schock: Die Zerstörung der Weltwirtschaft als Kollateralschaden Die chinesische Führung beobachtet dasselbe Schauspiel – nur mit noch größerem Entsetzen. Prof. Diesen beschreibt die Stimmung in Peking als „geschockt“. Nicht nur wegen der völligen Missachtung internationalen Rechts und jeglicher Regeln der Kriegsführung. Sondern vor allem wegen der rücksichtslosen Zerstörung der globalen Wirtschaftsordnung. Der Angriff auf Süd-Pars, das größte Erdgasfeld der Welt, sei kein isolierter Militärschlag, sondern das „wörtliche Abfackeln“ der Weltwirtschaft. Alles werde buchstäblich verbrannt. Trump hatte das geplante Treffen mit Xi Jinping im April bereits abgesagt. Sein ursprünglicher Plan war klar: Er wollte mit einem fertigen „Iran-Regime-Change-Erfolg“ in Peking auftauchen, diesen als Trophäe präsentieren und Xi mit seiner neuen US-Kontrolle über Iran und die Straße von Hormus unter Druck setzen. Stattdessen sitzt Washington nun in einem selbst verschuldeten Chaos in der Straße von Hormus fest. China erkennt darin dasselbe Muster wie Russland: Die USA versuchen verzweifelt, ihren relativen Niedergang aufzuhalten und ihre Position gegenüber den anderen Großmächten zu stärken – und zerstören mit ihrer „Nach uns die Sintflut“-Ideologie dabei genau das internationale System, das sie selbst jahrzehntelang dominiert haben. Peking sieht nicht nur militärische Irrationalität, sondern ökonomischen Wahnsinn. Die Blockade der Straße von Hormus, die Explosion der Energiepreise weltweit, die Deindustrialisierung Europas – all das sind keine Kollateralschäden, sondern direkte Folgen einer in Panik geratenen Supermacht, die nur noch Chaos schafft. Die gemeinsame Erkenntnis: US-Chaos bringt Russland und China noch enger zusammen. Hier verschmelzen die Perspektiven Moskaus und Pekings zu ein und derselben Diagnose. Beide Mächte ziehen dieselbe Lehre: Das US-Imperium handelt nicht mehr aus Stärke, sondern aus Angst. Es ist unberechenbar geworden, lügt offen (man denke nur an die groteske Behauptung, die Iraner hätten ihre eigenen kleinen Mädchen mit Tomahawks beschossen), ignoriert Regeln und opfert die globale Wirtschaft auf dem Altar der eigenen Hegemonie bzw. Dummheit. Genau das Gegenteil dessen, was Trump erreichen wollte, tritt ein: Statt Russland von China zu trennen, treibt er die beiden enger zusammen. Der Iran-Krieg wird zum Katalysator einer multipolaren Weltordnung, die Washington nicht mehr stoppen, sondern nur noch beschleunigen kann. Prof. Diesen sieht hier die eigentliche Tragik: Die USA haben die Lektion der Geschichte vergessen – wer seinen Niedergang mit Gewalt aufhalten will, beschleunigt ihn nur. Europa als Kollateralschaden Besonders bitter für Brüssel: Der Alte Kontinent zahlt den höchsten Preis. Nach jahrelanger Russophobie und selbstgefälliger „Befreiung“ von russischer Energie steht Europa nun doppelt isoliert da. Katar-LNG und Nahost-Öl sind abgeschnitten, die Energiepreise explodieren. Die Deindustrialisierung, die mit dem Ukraine-Krieg begann, erreicht ein neues, tödliches Niveau – vor allem in Deutschland. Und genau hier entsteht der indirekte Gewinn für Russland. Selbst hartgesottene Russophobe wie der belgische Ministerpräsident, der finnische Präsident Stubb oder französische Initiativen fordern plötzlich eine Normalisierung mit Moskau. Europa kauft ohnehin schon russisches Öl – nur über Indien mit saftigen Aufschlägen. Die Heuchelei bricht zusammen. Der norwegische Professor formuliert es trocken: „Die Europäer können ohne russische Energie offenbar doch nicht leben.“ Der Iran-Krieg zwingt sie zurück an den Verhandlungstisch mit Moskau. Fazit: Der Iran-Krieg als Totengräber des amerikanischen Jahrhunderts Diesen liefert keine Spekulation, sondern eine kalte, faktenbasierte Analyse: Der Kreml und Peking sehen denselben Film – eine Supermacht, die aus relativer Schwäche heraus mit Lügen, Überraschungsangriffen und wirtschaftlicher Zerstörung agiert. Russland hat seine Lektion gelernt: Vertrauen ist naiv. China hat seine: Die USA zerstören die Weltordnung, um ihre Hegemonie zu retten. Das Ergebnis ist unausweichlich. Der Krieg gegen Iran sollte den US-Niedergang stoppen, stattdessen beschleunigt er ihn in atemberaubendem Tempo: militärisch in einer asymmetrischen Falle, wirtschaftlich durch globale Schocks, geopolitisch durch den endgültigen Vertrauensverlust bei den beiden einzigen Mächten, die Washington noch fürchten muss. Trump und seine Falken haben das Imperium nicht gerettet. Sie haben ihm den Todesstoß versetzt, und Russland wie auch China schauen zu – nicht mehr mit Hoffnung, sondern mit der Gewissheit, dass die multipolare Welt nicht mehr aufzuhalten ist. Das amerikanische Jahrhundert endet nicht mit einem Knall, sondern mit einer selbst verschuldeten Implosion in den Wüsten des Nahen Ostens. Rainer Rupp ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes

Freitag, 13. März 2026

Der Nahost.Krieg und die Folgen: ... Rainer Rupp

https://linkezeitung.de/2026/03/13/der-nahost-krieg-und-die-folgen-auch-deutschland-droht-stagflation/ -- Der Nahost-Krieg und die Folgen: Auch Deutschland droht Stagflation VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 13. MÄRZ 2026 ⋅ HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR Von Rainer Rupp – https://rtnewsde.com Der Krieg im Nahen Osten wird länger und teurer als gedacht. Für den Kollektiven Westen, vor allem für die deutsche Wirtschaft, bedeutet dies eine harte Belastungsprobe. Für den normalen Bürger heißt das: noch sparsamer leben! Dafür können sie sich bei Trump und seinen europäischen Unterstützern bedanken! Finanzmärkte und Kriegsentwicklung Laut dem auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierten US-Medienkonzern Bloomberg verfliegt an den globalen Finanzmärkten die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts im Nahen Osten rapide. In einem Artikel vom Montag, dem 9. März 2026, heißt es, was vor wenigen Tagen noch eine abwartende Haltung gewesen sei, habe sich inzwischen in eine klare Panikstimmung verwandelt. Die Anleger rechneten nun mit einem tiefgreifenden und langanhaltenden Schock bei der Energieversorgung, der das Wirtschaftswachstum bremsen und gleichzeitig die Inflation wieder anheizen könnte – ein klassisches Szenario der „Stagflation“, ein Begriff, der wirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitiger Inflation bezeichnet, also ein Horrorszenario. Seit Beginn des brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran sind laut Artikel weltweit rund 6 Billionen US-Dollar an Börsenwert vernichtet worden. Auch die Anleihemärkte, auf denen zum Beispiel Staatsanleihen wie Bundesschatzbriefe gekauft und verkauft werden, hätten stark gelitten, da die Händler ihre Erwartungen an die Zinsentwicklung komplett umstellen müssten. Teheran lehnt Waffenstillstand ab Die Wende kam vor allem durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Weil der Krieg offensichtlich nicht nach seinen Erwartungen verläuft, hatte er am vergangenen Sonntag in einem sichtlich verärgerten Ton angekündigt, die USA könnten nun auch bisher nicht angegriffene Gebiete in Iran ins Visier nehmen. Dem vorausgegangen war ein Interview des US-Nachrichtensenders ABC News mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi. Dieser berichtete, dass von US-Seite ein Waffenstillstand angeboten worden sei, der aber von Teheran resolut abgelehnt wurde. Araghtschi betonte gegenüber ABC News, dass Iran aus der jüngsten Vergangenheit gelernt habe. Wenn Iran diesmal erneut nachgeben würde ‒ wie bereits im Juni 2025 ‒, dann würden die USA beziehungsweise die Zionisten in der Atempause wieder aufmunitionieren und in einem halben Jahr, womöglich erneut inmitten angeblich seriöser Verhandlungen, einen Überraschungsangriff beginnen. Nein, diesmal werde man den Kampf gegen die Aggressoren bis zum Ende auskämpfen, auch wenn das noch viele Monate oder Jahre dauern werde, so der Tenor des Außenministers. Dabei dürfte Araghtschi von der nicht unberechtigten Annahme ausgehen, dass sich die Vorräte der US-Streitkräfte, vor allem an Raketen, rapide dem Ende zuneigen und die hochgezüchteten westlichen Finanzmärkte und Volkswirtschaften bei einer länger andauernden Schließung der Meerenge von Hormus zu kollabieren drohen. Derlei Überlegungen haben aktuell vor allem in westlich orientierten Wirtschaftskreisen zu heftigen Diskussionen geführt. Aber für die „Intelligenzbestie“ Trump, der sich bereits selbst als GröFaZ (Größter Feldherr aller Zeiten) feiert, sind das alles Lappalien. Ein Ölpreis von 100 Dollar sei „ein sehr kleiner Preis“ für „Sicherheit und Frieden“, meinte Netanjahus Sprechpuppe Trump beiläufig. Auswirkungen auf Märkte und Energiepreise Tatsächlich war am Montagmorgen der Ölpreis (Brent) bereits auf 120 Dollar gestiegen, ein Sprung von 29 Prozent – der stärkste Tagesanstieg seit fast sechs Jahren. Die Aktivitäten an den Börsen schnellten hoch, das Handelsvolumen lag weit über dem Monatsdurchschnitt, die Aktienpreise gingen jedoch nach unten. „Das Pendel schwingt in Richtung Panik“, zitierte Bloomberg Danny Wong, Chef von Areca Capital. „Es gibt einen Ansturm, alle risikoreichen Anlagen zu verkaufen oder zu reduzieren.“ Und Rajeev De Mello von der Vermögensverwaltung GAMA Asset Management erklärte: „Die Anleger mussten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das schlimmstmögliche Szenario eintritt.“ Die neue Herausforderung liege jetzt in der „stagflationären Natur des Schocks“. Auslöser des Schocks war unter anderem die Nachricht von weiteren Angriffen auf Energieinfrastruktur auf beiden Seiten sowie die Ernennung des Sohnes des verstorbenen Ajatollah Chamenei zum neuen Obersten Führer in Iran – ein Zeichen der Entschlossenheit des Landes, nicht zu verhandeln und weiterzukämpfen. Als Beweis für seine rapide abnehmenden kognitiven Fähigkeiten hat Trump sogar vor internationalen Medien gefordert, höchstpersönlich den Nachfolger des iranischen Staatschefs Ajatollah Chamenei bestimmen zu wollen, der zu Beginn des Krieges mitsamt seiner Familie durch einen gezielten Raketenangriff der US-Zionisten ermordet wurde. Das bestätigt den begründeten Verdacht, dass die USA nach Joe Biden mit Trump einen zweiten debilen Psychopathen an der Spitze ihrer Regierung haben. Energiesicherheit wird wieder zum zentralen Wirtschaftsthema Kein Wunder also, dass in den USA die Sorgen und Ängste immer größer werden. Bloomberg zitiert am Montag den Hedgefonds-Manager Matthew Haupt von Wilson Asset Management mit den Worten: „Ich dachte, diese Woche könnte ich mal schlafen – Fehlanzeige. Die Anleger stellen sich jetzt auf einen langen Winter ein. Die Risiken weisen klar nach unten, und es gibt keinen klaren Zeitplan für ein Ende.“ Nicht nur die Aktienkurse fielen, sondern auch die Anleihen gerieten unter Druck. Renditen stiegen in Asien und Europa stark an ‒ in Großbritannien kletterten seit Kriegsbeginn kurzfristige Renditen um fast 60 Basispunkte. Europäische Blue-Chip-Aktien fielen bis zu 3,1 Prozent. Taku Ito von Nissay Asset Management kommentierte: „Der Markt verkauft heute alles, unabhängig von Größe oder Stil. Wenn die Inflation anhält, während die Arbeitsnachfrage nachlässt, wird eine US-Rezession unvermeidlich. Für die Aktienmärkte wäre das das Aus.“ Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) bei Unternehmen mit guter Bonität erreichten in Europa und Asien den höchsten Stand seit Mai. Globale Hochzins-Kreditindizes gaben fast alle Jahresgewinne wieder ab. An den Zinsmärkten schieben Händler Zinssenkungen der Fed weiter nach hinten – teilweise bis September oder sogar ganz aus diesem Jahr heraus. Im Euroraum wetten sie nun auf Zinserhöhungen, möglicherweise schon im Juni. Aus den Schwellenländern Asiens (ohne China) zogen ausländische Investoren vergangene Woche 14,2 Milliarden Dollar ab – der höchste Abfluss seit mindestens 2009, vor allem aus Südkorea und Taiwan. Nigel Green von deVere Group schrieb laut Bloomberg: „Öl ist der Zündfunke. Energiesicherheit ist plötzlich wieder das entscheidende makroökonomische Thema.“ Wahrscheinliche Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Deutschland Vor dem düsteren Hintergrund des Bloomberg-Berichts droht auch Deutschland eine spürbare Abkühlung der ohnehin bereits vom „grünen Irrsinn“ angeschlagenen Wirtschaft. Deutschland importiert zwar nur wenig Öl direkt aus der Golfregion, doch die weltweiten Preise steigen für alle. Laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würde ein Ölpreis von 100 Dollar das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2026 um 0,3 Prozent und 2027 sogar um 0,6 Prozent drücken – das sind insgesamt rund 40 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung. Bei 120 Dollar oder mehr könnte der Schaden noch größer ausfallen. Wegen der selbstmörderischen EU-Sanktionen gegen preiswerte und verlässliche Energieimporte aus Russland leiden die Schlüsselbranchen der deutschen Industrie (Auto, Chemie, Maschinenbau) bereits schwer unter exzessiv hohen Energiepreisen. Das wird jetzt noch schlimmer werden. Denn höhere Energiekosten machen alle Produkte teurer – nicht nur in der Produktion. Auch die Transportkosten für alle gehandelten Waren steigen, einschließlich der Lebensmittel, die zudem einem weiteren Schlag ausgesetzt sind, weil auch die aus Erdgas gewonnenen Kunstdünger für die Landwirtschaft teurer werden. Zudem werden Lieferketten unterbrochen. Aufträge aus dem Ausland brechen weg. Eine Rezession wird immer wahrscheinlicher. Bleibende Schäden sind unumgänglich. Selbst wenn die Straße von Hormus nach ein paar Wochen oder Monaten wieder geöffnet würde, wäre nicht alles wieder wie zuvor. Auch finanziell gerät vieles ins Wanken. Der deutsche Börsenleitindex DAX ist bereits stark gefallen (aktuell droht ein Einbruch auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2025). Viele Aktienfonds und Depots verlieren deutlich an Wert. Gleichzeitig steigen die Zinsen: Die Europäische Zentralbank (EZB) muss wegen der neuen Inflationswelle Zinssenkungen verschieben oder sogar über Erhöhungen nachdenken. Kredite für Häuser, Autos oder Firmen werden teurer. Staatsanleihen (Bundesanleihen) verlieren an Wert, was die Staatsschulden verteuert. Für Sparer mit Tagesgeld oder Festgeld klingt ein höherer Zins zunächst gut – doch die höhere Inflation frisst den Gewinn schnell wieder auf. Auswirkungen auf Bevölkerung und Politik Sozial trifft diese Entwicklung vor allem die Normalbürger. Benzin, Diesel und Heizöl werden spürbar teurer – viele Familien merken das schon beim Tanken und beim nächsten Abschlag. Auch Lebensmittel und Transportkosten steigen, weil alles per Lkw oder Schiff transportiert wird. Das belastet das Haushaltsbudget, besonders bei Rentnern, Geringverdienern und großen Familien. Wenn die Wirtschaft schwächelt, drohen Kurzarbeit und Stellenabbau in der Industrie. Die Stimmung im Land könnte kippen und sich in wachsender Unzufriedenheit, gewalttätigen Protesten und politischem Druck auf die Regierung äußern, was Milliardenhilfen für die Ukraine zur Fortführung des Stellvertreterkriegs gegen Russland zusätzlich erschweren dürfte. Kurz gesagt: Was als Krieg im fernen Iran begann, kommt uns bereits innerhalb einer Woche teuer zu stehen. Die Bundesregierung wird wahrscheinlich wieder Entlastungspakete schnüren (Tankrabatt, Heizkostenzuschuss), doch das kostet Milliarden zu höheren Zinsen und belastet den Bundeshaushalt erheblich. Die EZB sitzt in der Zwickmühle zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung. Für den normalen Bürger heißt das: noch sparsamer leben! Dafür können sie sich bei Trump und seinen europäischen Unterstützern bedanken. https://rtnewsde.com/meinung/272684-auch-deutschland-droht-stagflation-durch/ Autor, Blogger, Rezensent, Hobbymaler https://notruf-blog.blogspot.com/