Donnerstag, 16. April 2026

Lüge und Täuschung wie immer - von Wolfgang Bittner

Entnommen: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=29768&css=print Krieg und Frieden Der Iran ist das siebente Land auf der Liste Lüge und Täuschung, wie immer Von Wolfgang Bittner Die Verhandlungen in Genf zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm schienen gerade zu einem Erfolg zu führen, als am 28. Februar 2026 plötzlich die US-amerikanischen und israelischen Raketen flogen und der Krieg gegen den Iran begann. Dieser Krieg hat eine lange Vorgeschichte. 1951 erfolgte – noch während der Pahlewi-Dynastie – unter dem gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh die Verstaatlichung der Ölindustrie, wogegen die CIA und der britische MI6 mit gezielten Aktionen vorgingen. Daraufhin wurde Mossadegh 1953 im Rahmen einer „Operation Ajax“ entlassen und festgenommen, womit ein laizistischer Staat verhindert wurde und ein internationales Konsortium Zugriff auf die iranischen Ölvorkommen erhielt. 1979 verließ dann der Schah Mohammed Resa Pahlewi das Land, der Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück und der Iran wurde eine autoritär geführte islamische Republik. Schiras‘ Rosen Uralte Kultur im Fadenkreuz, Barbaren schicken Bomben, gefährdet ist die Rosenstadt, Moscheen, Tempel, Gärten. Und Hafis sang von Rosen, die blühten in den Gärten, und Saadi sang von Weisen, geraten unter Toren. Doch der Pilot, der Bomben wirft, kennt Hafis nicht und Saadi, und der Raketen steuert, weiß nichts von Schiras‘ Rosen. Hafis, persischer Dichter, um 1315-1390 Saadi, persischer Dichter, um 1210-1292 Seither steht das Land im Fokus der USA und der Briten und kam nicht mehr zur Ruhe. Es nimmt zwar mit den größten Erdgas- und viertgrößten Erdölvorkommen erheblichen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. Zudem unterhält es wirtschaftliche Beziehungen zu westlichen Ländern sowie wirtschaftliche und militärische Kooperationsabkommen mit Russland und China. Die erdrückenden Sanktionen der USA, denen sich Großbritannien und die Staaten der Europäischen Union angeschlossen haben, führten jedoch zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen. Hinzu kommt, dass der Iran als größte Regionalmacht Vorderasiens eine inoffizielle Militärkoalition anführt, wozu Hamas, Hisbollah und Huthi gehören. Das hat ihm, wie auch anderen Ländern, die sich gegen den verheerenden Einfluss der USA und Westeuropas wehren, deren erbitterte Gegnerschaft eingetragen. So gesehen, ging es Ende Februar 2026 bei dem völkerrechtswidrigen Angriff und der Ermordung Ajatollahs Ali Chamenei, des Nachfolgers von Ruhollah Chomeinis, nur zum Teil um die Beilegung des Atomstreits. Wie zum Beispiel 2015 in Minsk, als Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts stattfanden, die sich als Täuschungsmanöver der westlichen Allianz erwiesen, gab es auch in Genf lediglich Scheinverhandlungen zur Aufgabe des iranischen Atomprogramms. Dass die USA ganz andere Pläne hatten, zeigt ein kurzer Blick hinter die Kulissen. 2007 enthüllte der Viersternegeneral Wesley Clark, zeitweise Oberbefehlshaber der NATO, skandalöse Interventionsvorhaben der Bush-Administration gegen sieben Länder. Clark sagte, es habe unmittelbar nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 einen Plan für Regimewechsel und Kriege im Nahen Osten und in Afrika gegeben. Gelistet waren außer Afghanistan der Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und letztlich der Iran. [1] Die Interventionen gegen sechs Länder wurden nach und nach „abgearbeitet“, nur der Iran war übrig geblieben, und dieser Krieg wird nach Jahren der Intrigen, Hetze und Sanktionen jetzt nachgeholt. Dass die USA damit ein weiteres Pulverfass angezündet haben und die Konflikte mit Russland und China eskalieren, scheint Donald Trump in Kauf zu nehmen – ein Beweis dafür, dass es eine Langzeitstrategie der USA gibt, die unabhängig von der jeweiligen Präsidentschaft funktioniert. Unter der Regierung von Donald Trump ist vieles anders, chaotischer geworden. Aber Trump führt die US-Politik im Sinne der Wirtschafts- und Finanzeliten sowie des Militärisch-Industriellen Komplexes weiter wie vorgesehen. Wieder haben die USA, diesmal zusammen mit Israel, einen mörderischen Krieg begonnen. Welche Auswirkungen er letztlich haben wird und wie er enden wird, ist derzeit nicht absehbar. Aber der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der dem US-Präsidenten am 3. März seine Aufwartung gemacht hat, weiß von der Entwicklung im Iran und den Hintergründen der US-Aggression offensichtlich nichts. Völkerrecht hin oder her, er findet den Angriff auf den Iran nötig und gerechtfertigt. [2] Quellen [1] Vgl. Amy Goodman: Syriens Wahrheit, 6.3.2012, www.youtube.com/watch?v=kkE8Gp-nWEs (aufgerufen am 4.3.2026) [2] Vgl. www.youtube.com/watch?v=bhomZMUr_eI (aufgerufen am 4.3.2026) Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Zuletzt erschien im Verlag Hintergrund sein Buch „Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland“, Berlin 2025.

Mittwoch, 8. April 2026

Kubas Revolution verteidigen - Arnold Schölzel

https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2026/RF-335-02-26.pdf AKTUELLES AUS dem „RotFuchs“ April 2026 Kubas Revolution verteidigen Jede sozialistische Revolutuion, die dem Imperialismus Land entreißt Land dem Imperialismus entreißt, ist tödlicher Gefahr ausgesetzt. Gegen die russische Oktoberrevolution 1917 setzten die Westmächte, aber auch Deutschland und Österreich-Ungarn sofort ihre Truppen und Geheimdienste in Marsch und befeuerten von außen den Bürgerkrieg. Beides endete erst 1921. Keine 20 Jahre später zielte das Hitlerregime auf die Zerstörung der Sowjetunion, auf die Ausrottung eines Großteils der Bevölkerung und auf die Versklavung der übrigen. Zusammen mit der Wehrmacht drangen Truppen aus Italien, Finnland, Ungarn, der Slowakei, Rumänien, Bulgarien sowie Fremdenlegionäre der SS-Truppen ein. Die Rote Armee besiegte sie und erkämpfte der Welt einen Sieg, der die Weltgeschichte veränderte. In Asien, Afrika und Lateinamerika begannen nationale Befreiungskriege, auch die kubanische Revolution von 1959 war ein Teil dieser Welle. Das sitzt Imperialisten noch immer in den Knochen. So rief US-Außenminister Marco Rubio am 13. Februar auf der Münchener Sicherheitskonferenz die Westeuropäer zum Roll Back dieser Entwicklung auf. Durch „gottlose kommunistische Revolutionen“ und „antikoloniale Aufstände“ sei es mit dem Westen seit 1945 abwärtsgegangen; das münde nun in der heutigen „Massenmigration“. „Europa“ und die USA gehörten daher zusammen, um die drohende Auslöschung der Zivilisation zu stoppen. Die USA würden das aber auch „notfalls allein“ erledigen. Was gemeint ist, zeigt seit dem 28. Februar der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran. Der ist ein kapitalistisches Land, dessen Regierung massenhaft Kommunisten und Sozialisten abgeschlachtet hat, ordnet sich aber den USA nicht unter und verfügt zudem über riesige Vorräte an Öl und Gas. Das reicht als Kriegsgrund. Allerdings wehrt sich die iranische Regierung, was US-Präsident Donald Trump offenbar überrascht hat. Seine Aussagen zum Krieg sind jedenfalls wirr. Der sei „vollendet“, erklärte er am 9. März, aber „noch nicht gewonnen“. Er werde aber „bald, sehr bald“ enden. Am 15. März steckte Trump offenbar endgültig fest, jedenfalls drohte er in einem Interview mit der „Financial Times“ sogar der NATO mit einer „sehr schlechten Zukunft“, sollten die Verbündeten den USA bei der militärischen Öffnung der Straße von Hormus nicht beistehen. Trumps achter Kriegseinsatz in seiner zweiten Amtszeit belegt: Kriege und besonders Kolonialkriege sind im imperialistischen Stadium des Kapitalismus gesetzmäßig. Hinzu kommt der Faktor Persönlichkeit: Trump ist unberechenbar – mit unabsehbaren Folgen für den Weltfrieden. Der hängt auch mit an Kuba, das Trump mehrfach für „reif“ und als „nächstes“ Ziel seiner Raubzüge bezeichnet hat. Kuba hat seit der Revolution 13 US-Präsidenten überstanden, die mit Blockade, Gewalt, wirtschaftlichem Zwang oder erdrosselnder Umarmung versuchten, den Sozialismus auf der Insel zu beseitigen. Das Datum 17.  April 1961 erinnert besonders daran: Vor 65 Jahren begann die CIA-gesteuerte Invasion in der Schweinebucht, die von den revolutionären Streitkräften in wenigen Tagen zurückgeschlagen werden konnte. 2026 ist die Insel allerdings in der vermutlich schwierigsten Lage seit damals. Am 13. März, am kubanischen Tag der Verteidigung, informierte Kubas Staats- und Parteichef Miguel Díaz-Canel in Havanna, daß seit drei Monaten keine Treibstofflieferung sein Land erreicht hat. Da Kubas Stromproduktion stark auf Öl angewiesen ist, sind die Folgen des Ausfalls von Elektrizität in allen Bereichen verheerend. Zugleich teilte er mit, daß die kubanische Regierung Gespräche mit den USA führt, und sprach von einem „Dialog in frühen Phasen“. Kontras aus dem Ausland versuchten bereits, mit und ohne Waffen Unruhe zu stiften, es kam zu ersten gewalttätigen Protesten gegen die Krise, aber auch gegen die revolutionäre Regierung. Kubas Revolution ist bewaffnet, vor allem aber wird sie von der Mehrheit der Bevölkerung getragen. Das ist ihre Verteidigungsgrundlage. Kuba hat viel internationale Kubas Revolution verteidigen! Solidarität geleistet – militärisch, medizinisch, pädagogisch. Es ist keine Übertreibung zu sagen: Das Überleben der Menschheit hängt auch davon ab, daß tatkräftig Solidarität mit Kuba geleistet wird. Die Insel ist ein Symbol für Frieden und Gerechtigkeit auf der Welt. Das macht sie zum Angriffsziel des Imperiums. No pasaran! Sie werden nicht durchkommen! Arnold Schölzel