Donnerstag, 26. März 2026

Russland, China und der Selbstmord des US-Imperiums in Iran / Rainer Rupp

https://www.freidenker.org/?p=24725 Russland, China und der Selbstmord des US-Imperiums in Iran 25. März 2026China, Deindustrialisierung, Diplomatie, Donald Trump, Energiekrise, Geopolitik, Geostrategie, Hegemonie, Imperialismus, Irankrieg, Irrationalismus, Nahostkonflikt, Politische Ökonomie, Preisentwicklung, Russland, USA, Weltmacht Die USA sind nicht mehr die unangefochtene Weltmacht. Sie sind im Abstieg und Trumps willkürlicher Krieg gegen Iran beschleunigt den Fall. Auf die Frage, wie die beiden anderen Supermächte darauf reagieren, hat der norwegische Geopolitik-Experte, Prof. Glenn Diesen, versucht, eine Antwort zu geben. Von Rainer Rupp Erstveröffentlichung am 21.03.2026 auf RT DE In einem brisanten Gespräch mit Judge Andrew Napolitano kam der norwegische Geopolitik-Experte, Prof. Glenn Diesen, am 18. März 2026 zu dem Schluss, dass der brutale, unprovozierte, hinterhältige und völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran der letzte Versuch Washingtons war, den relativen Niedergang des US-Imperiums aufzuhalten. Der letzte Versuch, die Entwicklung umzudrehen und die einst unbestrittene US-Hegemonie über den Mittleren Osten wieder herzustellen, zumal diese Region von essenzieller Bedeutung für die globale Energieversorgung ist. Statt erfolgreich zu sein, ist dieser Versuch für die Trump-Regierung und Israel zu einem Rohrkrepierer geworden. Denn in weniger als drei Wochen seit Kriegsausbruch ist der langsame US-Niedergang in den freien Fall Qübergegangen, für die ganze Welt erkennbar. Nirgends wird das deutlicher als in den Reaktionen Moskaus und Pekings. Was für Trump und Netanjahu ein strategischer Geniestreich werden sollte, hat sich für die beiden anderen Großmächte als Lehrstück über amerikanische Ausweglosigkeit, Panik, verzweifelte Lügen, sich selbst ständig widersprechende Ausreden und – am wichtigsten – die totale Zerstörung der eigenen Vertrauenswürdigkeit in der internationalen Diplomatie entpuppt. Von vorsichtiger Hoffnung über Trumps Wiederwahl zur eiskalten Ernüchterung Noch vor einem Jahr herrschte im Kreml vorsichtiger Optimismus. Trump hatte im Wahlkampf Diplomatie versprochen – und hielt zumindest anfangs Wort. Er nahm direkte Gespräche mit Moskau wieder auf, nach drei Jahren totaler Funkstille unter Biden. Er sprach offen davon, den Ukraine-Krieg „in 24 Stunden“ zu beenden. Aus russischer Sicht war das ein klares Zeichen dafür, dass Washington ein vitales Interesse daran hatte, Russland von China wegzuziehen und auf seine Seite der globalen Machtbilanz zu holen, statt es weiter in die Arme Pekings zu treiben, so der Geostratege Prof. Diesen. Der Kreml hatte zwar Trumps einfach strukturierten Plan durchschaut, aber vor dem Hintergrund der fanatisierten Russenhasser in den europäischen Regierungsspitzen hatte Trumps Ouvertüre den Russen viele Möglichkeiten für kreative Diplomatie eröffnet, die die Europäer aus dem Gleichgewicht brachte. Dennoch sei inzwischen Russlands Hoffnung auf einen bilateralen Deal mit den USA zerplatzt. Prof. Diesen formuliert es gnadenlos: Die Russen fragen sich inzwischen, „ob Trumps Diplomatie nur eine Falle war“. Der Iran-Krieg liefert den endgültigen Beweis. Zweimal hat Washington Diplomatie als Tarnung für Überraschungsangriffe missbraucht. Das erinnert fatal an die US-unterstützten, ukrainischen Angriffe auf russische Nuklearbomber und strategische Radaranlagen, sowie an den mutmaßlichen Attentatsversuch auf Präsident Putin in seiner Residenz in Waldai. Inzwischen habe der Kreml die bittere Konsequenz gezogen und sei dabei, die gesamte Geschichte mit Trump neu zu schreiben. War er jemals ernsthaft an Entspannung interessiert? Oder hat er Moskau nur hingehalten, um Zeit zu gewinnen? Prof. Diesen sieht hier den entscheidenden Wendepunkt: Russland lernt, dass US-Diplomatie unter dem Banner der Wiederherstellung der Hegemonie nicht mehr vertrauenswürdig ist. Jede Verhandlung kann der Auftakt zum nächsten Schlag sein. Pekings Schock: Die Zerstörung der Weltwirtschaft als Kollateralschaden Die chinesische Führung beobachtet dasselbe Schauspiel – nur mit noch größerem Entsetzen. Prof. Diesen beschreibt die Stimmung in Peking als „geschockt“. Nicht nur wegen der völligen Missachtung internationalen Rechts und jeglicher Regeln der Kriegsführung. Sondern vor allem wegen der rücksichtslosen Zerstörung der globalen Wirtschaftsordnung. Der Angriff auf Süd-Pars, das größte Erdgasfeld der Welt, sei kein isolierter Militärschlag, sondern das „wörtliche Abfackeln“ der Weltwirtschaft. Alles werde buchstäblich verbrannt. Trump hatte das geplante Treffen mit Xi Jinping im April bereits abgesagt. Sein ursprünglicher Plan war klar: Er wollte mit einem fertigen „Iran-Regime-Change-Erfolg“ in Peking auftauchen, diesen als Trophäe präsentieren und Xi mit seiner neuen US-Kontrolle über Iran und die Straße von Hormus unter Druck setzen. Stattdessen sitzt Washington nun in einem selbst verschuldeten Chaos in der Straße von Hormus fest. China erkennt darin dasselbe Muster wie Russland: Die USA versuchen verzweifelt, ihren relativen Niedergang aufzuhalten und ihre Position gegenüber den anderen Großmächten zu stärken – und zerstören mit ihrer „Nach uns die Sintflut“-Ideologie dabei genau das internationale System, das sie selbst jahrzehntelang dominiert haben. Peking sieht nicht nur militärische Irrationalität, sondern ökonomischen Wahnsinn. Die Blockade der Straße von Hormus, die Explosion der Energiepreise weltweit, die Deindustrialisierung Europas – all das sind keine Kollateralschäden, sondern direkte Folgen einer in Panik geratenen Supermacht, die nur noch Chaos schafft. Die gemeinsame Erkenntnis: US-Chaos bringt Russland und China noch enger zusammen. Hier verschmelzen die Perspektiven Moskaus und Pekings zu ein und derselben Diagnose. Beide Mächte ziehen dieselbe Lehre: Das US-Imperium handelt nicht mehr aus Stärke, sondern aus Angst. Es ist unberechenbar geworden, lügt offen (man denke nur an die groteske Behauptung, die Iraner hätten ihre eigenen kleinen Mädchen mit Tomahawks beschossen), ignoriert Regeln und opfert die globale Wirtschaft auf dem Altar der eigenen Hegemonie bzw. Dummheit. Genau das Gegenteil dessen, was Trump erreichen wollte, tritt ein: Statt Russland von China zu trennen, treibt er die beiden enger zusammen. Der Iran-Krieg wird zum Katalysator einer multipolaren Weltordnung, die Washington nicht mehr stoppen, sondern nur noch beschleunigen kann. Prof. Diesen sieht hier die eigentliche Tragik: Die USA haben die Lektion der Geschichte vergessen – wer seinen Niedergang mit Gewalt aufhalten will, beschleunigt ihn nur. Europa als Kollateralschaden Besonders bitter für Brüssel: Der Alte Kontinent zahlt den höchsten Preis. Nach jahrelanger Russophobie und selbstgefälliger „Befreiung“ von russischer Energie steht Europa nun doppelt isoliert da. Katar-LNG und Nahost-Öl sind abgeschnitten, die Energiepreise explodieren. Die Deindustrialisierung, die mit dem Ukraine-Krieg begann, erreicht ein neues, tödliches Niveau – vor allem in Deutschland. Und genau hier entsteht der indirekte Gewinn für Russland. Selbst hartgesottene Russophobe wie der belgische Ministerpräsident, der finnische Präsident Stubb oder französische Initiativen fordern plötzlich eine Normalisierung mit Moskau. Europa kauft ohnehin schon russisches Öl – nur über Indien mit saftigen Aufschlägen. Die Heuchelei bricht zusammen. Der norwegische Professor formuliert es trocken: „Die Europäer können ohne russische Energie offenbar doch nicht leben.“ Der Iran-Krieg zwingt sie zurück an den Verhandlungstisch mit Moskau. Fazit: Der Iran-Krieg als Totengräber des amerikanischen Jahrhunderts Diesen liefert keine Spekulation, sondern eine kalte, faktenbasierte Analyse: Der Kreml und Peking sehen denselben Film – eine Supermacht, die aus relativer Schwäche heraus mit Lügen, Überraschungsangriffen und wirtschaftlicher Zerstörung agiert. Russland hat seine Lektion gelernt: Vertrauen ist naiv. China hat seine: Die USA zerstören die Weltordnung, um ihre Hegemonie zu retten. Das Ergebnis ist unausweichlich. Der Krieg gegen Iran sollte den US-Niedergang stoppen, stattdessen beschleunigt er ihn in atemberaubendem Tempo: militärisch in einer asymmetrischen Falle, wirtschaftlich durch globale Schocks, geopolitisch durch den endgültigen Vertrauensverlust bei den beiden einzigen Mächten, die Washington noch fürchten muss. Trump und seine Falken haben das Imperium nicht gerettet. Sie haben ihm den Todesstoß versetzt, und Russland wie auch China schauen zu – nicht mehr mit Hoffnung, sondern mit der Gewissheit, dass die multipolare Welt nicht mehr aufzuhalten ist. Das amerikanische Jahrhundert endet nicht mit einem Knall, sondern mit einer selbst verschuldeten Implosion in den Wüsten des Nahen Ostens. Rainer Rupp ist Mitglied des Beirats des Deutschen Freidenker-Verbandes

Freitag, 13. März 2026

Der Nahost.Krieg und die Folgen: ... Rainer Rupp

https://linkezeitung.de/2026/03/13/der-nahost-krieg-und-die-folgen-auch-deutschland-droht-stagflation/ -- Der Nahost-Krieg und die Folgen: Auch Deutschland droht Stagflation VERÖFFENTLICHT VON LZ ⋅ 13. MÄRZ 2026 ⋅ HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR Von Rainer Rupp – https://rtnewsde.com Der Krieg im Nahen Osten wird länger und teurer als gedacht. Für den Kollektiven Westen, vor allem für die deutsche Wirtschaft, bedeutet dies eine harte Belastungsprobe. Für den normalen Bürger heißt das: noch sparsamer leben! Dafür können sie sich bei Trump und seinen europäischen Unterstützern bedanken! Finanzmärkte und Kriegsentwicklung Laut dem auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierten US-Medienkonzern Bloomberg verfliegt an den globalen Finanzmärkten die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Konflikts im Nahen Osten rapide. In einem Artikel vom Montag, dem 9. März 2026, heißt es, was vor wenigen Tagen noch eine abwartende Haltung gewesen sei, habe sich inzwischen in eine klare Panikstimmung verwandelt. Die Anleger rechneten nun mit einem tiefgreifenden und langanhaltenden Schock bei der Energieversorgung, der das Wirtschaftswachstum bremsen und gleichzeitig die Inflation wieder anheizen könnte – ein klassisches Szenario der „Stagflation“, ein Begriff, der wirtschaftliche Stagnation bei gleichzeitiger Inflation bezeichnet, also ein Horrorszenario. Seit Beginn des brutalen, unprovozierten, völkerrechtswidrigen US-israelischen Angriffskriegs gegen Iran sind laut Artikel weltweit rund 6 Billionen US-Dollar an Börsenwert vernichtet worden. Auch die Anleihemärkte, auf denen zum Beispiel Staatsanleihen wie Bundesschatzbriefe gekauft und verkauft werden, hätten stark gelitten, da die Händler ihre Erwartungen an die Zinsentwicklung komplett umstellen müssten. Teheran lehnt Waffenstillstand ab Die Wende kam vor allem durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Weil der Krieg offensichtlich nicht nach seinen Erwartungen verläuft, hatte er am vergangenen Sonntag in einem sichtlich verärgerten Ton angekündigt, die USA könnten nun auch bisher nicht angegriffene Gebiete in Iran ins Visier nehmen. Dem vorausgegangen war ein Interview des US-Nachrichtensenders ABC News mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi. Dieser berichtete, dass von US-Seite ein Waffenstillstand angeboten worden sei, der aber von Teheran resolut abgelehnt wurde. Araghtschi betonte gegenüber ABC News, dass Iran aus der jüngsten Vergangenheit gelernt habe. Wenn Iran diesmal erneut nachgeben würde ‒ wie bereits im Juni 2025 ‒, dann würden die USA beziehungsweise die Zionisten in der Atempause wieder aufmunitionieren und in einem halben Jahr, womöglich erneut inmitten angeblich seriöser Verhandlungen, einen Überraschungsangriff beginnen. Nein, diesmal werde man den Kampf gegen die Aggressoren bis zum Ende auskämpfen, auch wenn das noch viele Monate oder Jahre dauern werde, so der Tenor des Außenministers. Dabei dürfte Araghtschi von der nicht unberechtigten Annahme ausgehen, dass sich die Vorräte der US-Streitkräfte, vor allem an Raketen, rapide dem Ende zuneigen und die hochgezüchteten westlichen Finanzmärkte und Volkswirtschaften bei einer länger andauernden Schließung der Meerenge von Hormus zu kollabieren drohen. Derlei Überlegungen haben aktuell vor allem in westlich orientierten Wirtschaftskreisen zu heftigen Diskussionen geführt. Aber für die „Intelligenzbestie“ Trump, der sich bereits selbst als GröFaZ (Größter Feldherr aller Zeiten) feiert, sind das alles Lappalien. Ein Ölpreis von 100 Dollar sei „ein sehr kleiner Preis“ für „Sicherheit und Frieden“, meinte Netanjahus Sprechpuppe Trump beiläufig. Auswirkungen auf Märkte und Energiepreise Tatsächlich war am Montagmorgen der Ölpreis (Brent) bereits auf 120 Dollar gestiegen, ein Sprung von 29 Prozent – der stärkste Tagesanstieg seit fast sechs Jahren. Die Aktivitäten an den Börsen schnellten hoch, das Handelsvolumen lag weit über dem Monatsdurchschnitt, die Aktienpreise gingen jedoch nach unten. „Das Pendel schwingt in Richtung Panik“, zitierte Bloomberg Danny Wong, Chef von Areca Capital. „Es gibt einen Ansturm, alle risikoreichen Anlagen zu verkaufen oder zu reduzieren.“ Und Rajeev De Mello von der Vermögensverwaltung GAMA Asset Management erklärte: „Die Anleger mussten die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass das schlimmstmögliche Szenario eintritt.“ Die neue Herausforderung liege jetzt in der „stagflationären Natur des Schocks“. Auslöser des Schocks war unter anderem die Nachricht von weiteren Angriffen auf Energieinfrastruktur auf beiden Seiten sowie die Ernennung des Sohnes des verstorbenen Ajatollah Chamenei zum neuen Obersten Führer in Iran – ein Zeichen der Entschlossenheit des Landes, nicht zu verhandeln und weiterzukämpfen. Als Beweis für seine rapide abnehmenden kognitiven Fähigkeiten hat Trump sogar vor internationalen Medien gefordert, höchstpersönlich den Nachfolger des iranischen Staatschefs Ajatollah Chamenei bestimmen zu wollen, der zu Beginn des Krieges mitsamt seiner Familie durch einen gezielten Raketenangriff der US-Zionisten ermordet wurde. Das bestätigt den begründeten Verdacht, dass die USA nach Joe Biden mit Trump einen zweiten debilen Psychopathen an der Spitze ihrer Regierung haben. Energiesicherheit wird wieder zum zentralen Wirtschaftsthema Kein Wunder also, dass in den USA die Sorgen und Ängste immer größer werden. Bloomberg zitiert am Montag den Hedgefonds-Manager Matthew Haupt von Wilson Asset Management mit den Worten: „Ich dachte, diese Woche könnte ich mal schlafen – Fehlanzeige. Die Anleger stellen sich jetzt auf einen langen Winter ein. Die Risiken weisen klar nach unten, und es gibt keinen klaren Zeitplan für ein Ende.“ Nicht nur die Aktienkurse fielen, sondern auch die Anleihen gerieten unter Druck. Renditen stiegen in Asien und Europa stark an ‒ in Großbritannien kletterten seit Kriegsbeginn kurzfristige Renditen um fast 60 Basispunkte. Europäische Blue-Chip-Aktien fielen bis zu 3,1 Prozent. Taku Ito von Nissay Asset Management kommentierte: „Der Markt verkauft heute alles, unabhängig von Größe oder Stil. Wenn die Inflation anhält, während die Arbeitsnachfrage nachlässt, wird eine US-Rezession unvermeidlich. Für die Aktienmärkte wäre das das Aus.“ Die Kosten für Kreditausfallversicherungen (CDS) bei Unternehmen mit guter Bonität erreichten in Europa und Asien den höchsten Stand seit Mai. Globale Hochzins-Kreditindizes gaben fast alle Jahresgewinne wieder ab. An den Zinsmärkten schieben Händler Zinssenkungen der Fed weiter nach hinten – teilweise bis September oder sogar ganz aus diesem Jahr heraus. Im Euroraum wetten sie nun auf Zinserhöhungen, möglicherweise schon im Juni. Aus den Schwellenländern Asiens (ohne China) zogen ausländische Investoren vergangene Woche 14,2 Milliarden Dollar ab – der höchste Abfluss seit mindestens 2009, vor allem aus Südkorea und Taiwan. Nigel Green von deVere Group schrieb laut Bloomberg: „Öl ist der Zündfunke. Energiesicherheit ist plötzlich wieder das entscheidende makroökonomische Thema.“ Wahrscheinliche Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Deutschland Vor dem düsteren Hintergrund des Bloomberg-Berichts droht auch Deutschland eine spürbare Abkühlung der ohnehin bereits vom „grünen Irrsinn“ angeschlagenen Wirtschaft. Deutschland importiert zwar nur wenig Öl direkt aus der Golfregion, doch die weltweiten Preise steigen für alle. Laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) würde ein Ölpreis von 100 Dollar das deutsche Bruttoinlandsprodukt 2026 um 0,3 Prozent und 2027 sogar um 0,6 Prozent drücken – das sind insgesamt rund 40 Milliarden Euro weniger Wirtschaftsleistung. Bei 120 Dollar oder mehr könnte der Schaden noch größer ausfallen. Wegen der selbstmörderischen EU-Sanktionen gegen preiswerte und verlässliche Energieimporte aus Russland leiden die Schlüsselbranchen der deutschen Industrie (Auto, Chemie, Maschinenbau) bereits schwer unter exzessiv hohen Energiepreisen. Das wird jetzt noch schlimmer werden. Denn höhere Energiekosten machen alle Produkte teurer – nicht nur in der Produktion. Auch die Transportkosten für alle gehandelten Waren steigen, einschließlich der Lebensmittel, die zudem einem weiteren Schlag ausgesetzt sind, weil auch die aus Erdgas gewonnenen Kunstdünger für die Landwirtschaft teurer werden. Zudem werden Lieferketten unterbrochen. Aufträge aus dem Ausland brechen weg. Eine Rezession wird immer wahrscheinlicher. Bleibende Schäden sind unumgänglich. Selbst wenn die Straße von Hormus nach ein paar Wochen oder Monaten wieder geöffnet würde, wäre nicht alles wieder wie zuvor. Auch finanziell gerät vieles ins Wanken. Der deutsche Börsenleitindex DAX ist bereits stark gefallen (aktuell droht ein Einbruch auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2025). Viele Aktienfonds und Depots verlieren deutlich an Wert. Gleichzeitig steigen die Zinsen: Die Europäische Zentralbank (EZB) muss wegen der neuen Inflationswelle Zinssenkungen verschieben oder sogar über Erhöhungen nachdenken. Kredite für Häuser, Autos oder Firmen werden teurer. Staatsanleihen (Bundesanleihen) verlieren an Wert, was die Staatsschulden verteuert. Für Sparer mit Tagesgeld oder Festgeld klingt ein höherer Zins zunächst gut – doch die höhere Inflation frisst den Gewinn schnell wieder auf. Auswirkungen auf Bevölkerung und Politik Sozial trifft diese Entwicklung vor allem die Normalbürger. Benzin, Diesel und Heizöl werden spürbar teurer – viele Familien merken das schon beim Tanken und beim nächsten Abschlag. Auch Lebensmittel und Transportkosten steigen, weil alles per Lkw oder Schiff transportiert wird. Das belastet das Haushaltsbudget, besonders bei Rentnern, Geringverdienern und großen Familien. Wenn die Wirtschaft schwächelt, drohen Kurzarbeit und Stellenabbau in der Industrie. Die Stimmung im Land könnte kippen und sich in wachsender Unzufriedenheit, gewalttätigen Protesten und politischem Druck auf die Regierung äußern, was Milliardenhilfen für die Ukraine zur Fortführung des Stellvertreterkriegs gegen Russland zusätzlich erschweren dürfte. Kurz gesagt: Was als Krieg im fernen Iran begann, kommt uns bereits innerhalb einer Woche teuer zu stehen. Die Bundesregierung wird wahrscheinlich wieder Entlastungspakete schnüren (Tankrabatt, Heizkostenzuschuss), doch das kostet Milliarden zu höheren Zinsen und belastet den Bundeshaushalt erheblich. Die EZB sitzt in der Zwickmühle zwischen Inflationsbekämpfung und Konjunkturstützung. Für den normalen Bürger heißt das: noch sparsamer leben! Dafür können sie sich bei Trump und seinen europäischen Unterstützern bedanken. https://rtnewsde.com/meinung/272684-auch-deutschland-droht-stagflation-durch/ Autor, Blogger, Rezensent, Hobbymaler https://notruf-blog.blogspot.com/

Samstag, 7. März 2026

Der Iran ist das siebente Land auf der Liste - Lüge und Täuschung wie immer

https://globalbridge.ch/der-iran-ist-das-siebente-land-auf-der-liste-luege-und-taeuschung-wie-immer/ Der Iran ist das siebente Land auf der Liste – Lüge und Täuschung, wie immer 04. März 2026 Von: Wolfgang Bittner in Geschichte, Medienkritik, Militär, Politik, Wirtschaft (Red.) So ungefähr auf der ganzen Welt wird in diesen Tagen über den von den USA und Israel gestarteten Angriffskrieg gegen den Iran berichtet. Was er bewirkt und wie er enden wird, ist absolut offen. Aber wer dafür verantwortlich ist, ist klar. Wolfgang Bittner macht darauf aufmerksam, dass die USA diesen Schritt schon vor vielen Jahren geplant haben. (cm) Die Verhandlungen in Genf zwischen Washington und Teheran über das iranische Atomprogramm schienen gerade zu einem Erfolg zu führen, als am 28. Februar 2026 plötzlich die amerikanischen und israelischen Raketen flogen und der Krieg gegen den Iran begann. Dieser Krieg hat eine lange Vorgeschichte. 1951 erfolgte – noch während der Pahlewi-Dynastie – unter dem gewählten iranischen Premierminister Mohammad Mossadegh die Verstaatlichung der Ölindustrie, wogegen die CIA und der britische MI6 mit gezielten Aktionen vorgingen. Daraufhin wurde Mossadegh 1953 im Rahmen einer „Operation Ajax“ entlassen und festgenommen, womit ein laizistischer Staat verhindert wurde und ein internationales Konsortium Zugriff auf die iranischen Ölvorkommen erhielt. 1979 verließ dann der Schah Mohammed Resa Pahlewi das Land, der Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini kehrte aus dem französischen Exil zurück und der Iran wurde eine autoritär geführte islamische Republik. Seither steht das Land im Fokus der USA und der Briten und kam nicht mehr zur Ruhe. Es nimmt zwar mit den größten Erdgas- und viertgrößten Erdölvorkommen erheblichen Einfluss auf die Versorgung der Welt mit fossilen Energieträgern. Zudem unterhält es wirtschaftliche Beziehungen zu westlichen Ländern sowie wirtschaftliche und militärische Kooperationsabkommen mit Russland und China. Die erdrückenden Sanktionen der USA, denen sich Großbritannien und die Staaten der Europäischen Union angeschlossen haben, führten jedoch zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen. Hinzu kommt, dass der Iran als größte Regionalmacht Vorderasiens eine inoffizielle Militärkoalition anführt, wozu Hamas, Hisbollah und Huthi gehören. Das hat ihm, wie auch anderen Ländern, die sich gegen den verheerenden Einfluss der USA und Westeuropas wehren, deren erbitterte Gegnerschaft eingetragen. So gesehen, ging es Ende Februar 2026 bei dem völkerrechtswidrigen Angriff und der Ermordung Ajatollahs Ali Chamenei, des Nachfolgers von Ruhollah Chomeinis, nur zum Teil um die Beilegung des Atomstreits. Wie zum Beispiel 2015 in Minsk, als Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts stattfanden, die sich als Täuschungsmanöver der westlichen Allianz erwiesen, gab es auch in Genf lediglich Scheinverhandlungen zur Aufgabe des iranischen Atomprogramms. Dass die USA ganz andere Pläne hatten, zeigt ein kurzer Blick hinter die Kulissen. 2007 enthüllte der Viersternegeneral Wesley Clark, zeitweise Oberbefehlshaber der NATO, skandalöse Interventionsvorhaben der Bush-Administration gegen sieben Länder. Clark sagte, es habe unmittelbar nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 einen Plan für Regimewechsel und Kriege im Nahen Osten und in Afrika gegeben. Gelistet waren außer Afghanistan der Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und letztlich der Iran.[1] Die Interventionen gegen sechs Länder wurden nach und nach „abgearbeitet“, nur der Iran war übrig geblieben, und dieser Krieg wird nach Jahren der Intrigen, Hetze und Sanktionen jetzt nachgeholt. Dass die USA damit ein weiteres Pulverfass angezündet haben und die Konflikte mit Russland und China eskalieren, scheint Donald Trump in Kauf zu nehmen – ein Beweis dafür, dass es eine Langzeitstrategie der USA gibt, die unabhängig von der jeweiligen Präsidentschaft funktioniert. Unter der Regierung von Donald Trump ist vieles anders, chaotischer geworden. Aber Trump führt die US-Politik im Sinne der Wirtschafts- und Finanzeliten sowie des Militärisch-Industriellen Komplexes weiter wie vorgesehen. Wieder haben die USA, diesmal mit Unterstützung von Israel (ja sogar zusätzlich angetrieben von Israel, Red.), einen mörderischen Krieg begonnen. Welche Auswirkungen er letztlich haben wird und wie er enden wird, ist derzeit nicht absehbar. Aber der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der dem US-Präsidenten am 3. März seine Aufwartung gemacht hat, weiß von der Entwicklung im Iran und den Hintergründen der US-Aggression offensichtlich nichts. Völkerrecht hin oder her, er findet den Angriff auf den Iran nötig und gerechtfertigt.[2] (Hervorgehoben von der Redaktion.) Friedrich Merz und Donald Trump – kann man sich vor den Fotografen noch herzlicher die Hände schütteln? Zum Autor: Der Schriftsteller und Publizist Dr. jur. Wolfgang Bittner lebt in Göttingen. Zuletzt erschien im Verlag Hintergrund sein Buch „Geopolitik im Überblick. Deutschland-USA-EU-Russland“, Berlin 2025. Quellen [1] Vgl. Amy Goodman: Syriens Wahrheit, 6.3.2012, www.youtube.com/watch?v=kkE8Gp-nWEs (aufgerufen am 4.3.2026) [2] Vgl. www.youtube.com/watch?v=bhomZMUr_eI (aufgerufen am 4.3.2026)