Sonntag, 23. November 2025

 

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Die Lehre von Karl Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist


Für all diejenigen, die von 1948 bis 1956 eine Grundschule in der 1949 gegründeten DDR
besucht haben, die ehrlichen Herzens das Pionierhalstuch trugen, anschließend in
unsere Jugendorganisation und in unsere Arbeiterpartei eintraten, war, ist und bleibt die
Ideologie des Marxismus - Leninismus ohne Zweifel die bestimmende Lebensphilosophie.
 Bild 1 Bild 2
Natürlich erinnern wir uns, dass die Ideologie des Marxismus – Leninismus nicht nur die
Lebensphilosophie, sondern auch die Wirtschaft und Politik einschloss. Der Kern dieser
Ideologie wird im „Manifest der Kommunistischen Partei“ (1848) [1] und in den Werken
von Karl Marx „Das Kapital“ (1867) [2] ausführlich dargelegt (siehe Bild 1 und Bild 2).
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Heute wissen wir, dass es verschiedene Interpretationen der Lehre von Karl Marx gibt,
die mit verschiedenen politischen Parteien und Bewegungen im öffentlichen Denken und
in der politischen Praxis verbunden sind. Der politische Marxismus ist neben dem linken
Anarchismus (siehe sozialer Anarchismus), dem christlichen Sozialismus und dem nichtmarxistischen Teil des demokratischen Sozialismus und der Sozialdemokratie jeweils nur
eine Variante des praktizierten Sozialismus.
Traditionell wird in der Lehre von Karl Marx angenommen, dass die folgenden drei Punkte
in seiner Theorie von ausschlaggebender Bedeutung sind:
• Die Lehre vom Mehrwert (die politische Ökonomie des Kapitalismus);
• das materialistische Verständnis der Geschichte (historischer Materialismus) und
• die Lehre über die Diktatur des Proletariats (wissenschaftlicher Kommunismus)
[3].
Einige Forscher glauben, dass der zentrale Punkt der Weltanschauung von Karl Marx [4],
sein Konzept ist, den Menschen von den Produkten seiner eigenen Arbeit zu befreien,
ihn nicht zu entfremden und ihn im Kapitalismus nicht in ein Zahnrad des
Produktionsprozesses zu verwandeln. Entfremdung wirkt in Form einer sozialen Bindung
in einer sozialen Struktur, die dem Menschen fremd ist, die über ihn herrscht, die ihm alle
nur denkbaren Möglichkeiten einer kreativen Selbstentwicklung raubt und sein wahres
Wesen letztendlich zerstört. In den „ökonomisch-philosophischen Manuskripten" von
1844 stellte Marx das Problem der Entfremdung nicht zufällig in den Mittelpunkt seiner
ökonomisch-philosophischen Analyse.
Im Frühjahr 1847 schlossen sich Karl Marx und Friedrich Engels dem geheimen „Bund
der Kommunisten“ an. Im Auftrag dieses Bundes haben sie im Zusammenhang mit den
bevorstehenden Revolutionen (Februarrevolution in Frankreich sowie der Märzrevolution im Deutschen Bund und in dessen größten Staaten Österreich und Preußen)
das berühmte „Manifest der Kommunistischen Partei“ verfasst, das am 21. Februar 1848
erstmals veröffentlicht wurde. In diesem Manifest erklärten sie die Unvermeidlichkeit des
Untergangs des Kapitalismus durch das Proletariat und skizzierten ein kurzes Programm
des Übergangs von einer kapitalistischen zu einer kommunistischen Gesellschaftsformation. Marx und Engels bezeichnen die bisherige Gesellschaftsentwicklung als eine
Geschichte von teils verborgenen, teils offenen Klassenkämpfen.
Das 23-seitige Werk besteht aus einer Einleitung und vier Kapiteln. Es beginnt mit dem
heute geflügelten Worten: „Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des
Kommunismus“ und endet mit dem bekannten Aufruf:
„Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu
gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“
Im 1. Kapitel des Manifestes „Bourgeois und Proletarier“ versuchen Marx und Engels
aufzuzeigen, inwieweit sich Wirtschaft und Gesellschaft aufgrund der industriellen
Revolution für die Arbeiter bzw. das Proletariat verändert haben. Sie bezeichnen die
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bisherige Gesellschaftsentwicklung als eine Geschichte von teils verborgenen, teils
offenen Klassenkämpfen. An die Stelle der religiös und politisch verbrämten
Ausbeutung im Feudalismus tritt jetzt die egoistische, kapitalistische Bereicherung (Bild
3). Die sozialen Beziehungen, sogar die Familienbeziehungen treten infolge der
kapitalistischen Entfremdung als reine Geldverhältnisse auf. Auch die Angehörigen des
Mittelstandes, wie „Ärzte, Juristen, Pfaffen, Poeten und Wissenschaftler“, sind der
Herrschaft des Geldes unterworfen und zu bezahlten Lohnarbeitern geworden. Der Staat
wird zum bloßen „Ausschuss“, der die „gemeinschaftlichen Geschäfte“ der Bourgeoisie
verwaltet.
Die Bourgeoisie kann im Sinne des Kapitals nicht anders, als ständig die
Produktionsverhältnisse und damit die auf diese bauenden Gesellschaftsformen zu
revolutionieren. Darüber hinaus wird die nationale Beschränkung überwunden, die
materielle und geistige Produktion und Konsumption kosmopolitisch gestaltet. Die
Produktion benötigt Rohstoffe aus aller Welt. Es entsteht „eine allseitige Abhängigkeit der
Nationen voneinander“…
Bild 3
Im 2. Kapitel des Manifestes „Bourgeois und Proletarier“ geht es Marx und Engels vor
allem darum, die Einwände gegen eine kommunistische Gesellschaft zu widerlegen.
Dabei wird jeweils auf die Schwächen der bürgerlichen Gesellschaft verwiesen, um
anschließend den Gegenentwurf darzustellen.
4
„Die Kommunisten sind keine besondere Partei gegenüber den anderen
Arbeiterparteien.“ Sie haben laut Marx und Engels dieselben Interessen wie das gesamte
Proletariat und vertreten stets die Interessen der Gesamtbewegung. Somit sind sie der
entschiedenste Teil der Arbeiterparteien aller Länder. Den Kommunisten werde
vorgeworfen, sie strebten die Aufhebung des Eigentums als solches an, allerdings habe
bereits die Bourgeoisie das Eigentum an sich gerissen. Auch der einzelne Bourgeois
verfüge nicht frei über sein Eigentum, sondern könne es nur im Rahmen der
wirtschaftlichen Gesamtaktivität der Bourgeoisie und zu deren Regeln einsetzen; er
müsse das Ausbeuterspiel mitspielen, ob er will oder nicht, sonst sei er bald kein
Bourgeois mehr; das bourgeoise Eigentum sei daher gar kein persönliches Eigentum,
sondern ein Klasseneigentum. Also müsse man es im Sinne des Sozialismus für alle
zugänglich machen. „Wenn also das Kapital in ein gemeinschaftliches, allen Mitgliedern
der Gesellschaft angehöriges Eigentum verwandelt wird, so verwandelt sich nicht
persönliches Eigentum in gesellschaftliches. Nur der gesellschaftliche Charakter des
Eigentums wandelt sich. Es verliert seinen Klassencharakter.“ … Der erste Schritt in der
Arbeiterrevolution ist die Erhebung des Proletariats zur herrschenden Klasse, „die
Erkämpfung der Demokratie“. Nach und nach werden die Produktionsmittel in den
Händen des Staates, „d. h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats,
zentralisiert“. Dazu sind vorübergehend despotische Eingriffe in die bürgerlichen
Produktionsverhältnisse erforderlich. In den fortgeschrittensten Ländern sind
dies: Enteignung des Grundeigentums, starke Progressivsteuer, Abschaffung des
Erbrechts, Beschlagnahmung des Eigentums von „Emigranten und Rebellen“, Errichtung
einer monopolistischen Nationalbank mit Staatskapital, Verstaatlichung des
Transportwesens, Vermehrung und Verbesserung der Nationalfabriken, der
Produktionsinstrumente und Ländereien nach einem gemeinschaftlichen Plan, gleicher
Arbeitszwang für alle, Errichtung industrieller Armeen, besonders für den Ackerbau,
allmähliche Beseitigung des Unterschieds zwischen Stadt und Land, öffentliche und
unentgeltliche Erziehung aller Kinder, Abschaffung der Kinderarbeit in der heutigen Form.
Im Vorwort der Werke von Marx und Engels von 1872 werden die genannten Eingriffe als
bereits veraltet angesehen …
Im 3. Kapitel des Manifestes „Sozialistische und kommunistische Literatur“ stellen
Marx und Engels andere bestehende Ansätze vor und grenzen sich von ihnen polemisch
ab. So wird zum Beispiel „Proudhon’s Philosophie de la misère“ als „ganzes Systemen“
dem „Bourgeois-Socialismus“ zugeordnet. Auf folgende Spielarten des Sozialismus wird
kurz eingegangen: Der reaktionäre Sozialismus, der feudale Sozialismus, der
kleinbürgerliche Sozialismus, der deutsche oder „wahre“ Sozialismus, der konservative
oder Bourgeois Sozialismus und der kritisch - utopische Sozialismus und Kommunismus.
Im 4. Kapitel des Manifestes „Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen
oppositionellen Parteien“ erläutern Marx und Engels, welche der politischen Parteien
in den einzelnen Ländern Europas von den Kommunisten derzeit favorisiert werden und
aus welchem Grund. Hier wird ebenfalls deutlich, dass die revolutionäre Reihenfolge im
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Sinne eines Umsturzes klar festliegt: Zunächst muss die bourgeoise Revolution erfolgen,
anschließend die proletarische eingeleitet werden.
Die Kommunisten kämpfen für die unmittelbaren Interessen der Arbeiterklasse, vertreten
jedoch zugleich „die Zukunft der Bewegung“. Sie schließen Bündnisse mit den
progressiven Kräften in den verschiedenen europäischen Ländern, ohne jedoch deren
Widersprüche zu verkennen. „Auf Deutschland richten die Kommunisten ihre
Hauptaufmerksamkeit, weil Deutschland am Vorabend einer bürgerlichen Revolution
stand [...]. Daher kämpfen sie in Deutschland an der Seite der Bourgeoisie gegen die
feudale Ordnung und die Kleinbürgerei.“ Nach dem Sturz der reaktionären Klassen in
Deutschland muss jedoch sofort der Kampf gegen die Bourgeoisie beginnen, d. h., die
proletarische Revolution beginnen. Die Kommunisten bemühen sich um die Verbindung
der demokratischen Parteien aller Länder. Sie erklären offen, dass sie ihre Zwecke nur
durch den „gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung“ erreichen
können. „Mögen die herrschenden Klassen vor der kommunistischen Revolution zittern.
Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten [5]. Sie haben eine Welt zu
gewinnen.“
Bild 4
Die erste Große Sozialistische Revolution fand in der Zeit vom 7. – 8. November 1917 im
Russischen Imperium statt. In der Stadt Petrograd (jetzt Sankt Petersburg) wurde die
zeitweilige Regierung unter der Führung von Alexander Kerensky in Petrograd gestürzt
(Bild 4). Die Hauptorganisatoren dieses Umsturzes waren Vladimir Lenin, Leo Trotzki,
Jacob Swerdlow, Vladimir Antonov-Ovseenko, Pavel Dybenko, Leo Kamenev, Nikolai
Podvoysky u. v. a. Das militärrevolutionäre Komitee des Petrograder Rats, dem auch
linke Sozialrevolutionäre angehörten, führte die Machtübernahme durch. Nach dieser
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Revolution hat sich die sozioökonomische Struktur des Landes grundlegend verändert,
es gab eine gewaltsame Entmachtung der kapitalistischen Gesellschaft und es wurde ein
völlig neuer Kurs zum Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft eingeschlagen. Es gab
globale Veränderungen im System der internationalen Beziehungen, viele revolutionäre
Prozesse, insbesondere viele nationale Befreiungsbewegungen in der Welt entwickelten
sich sehr stark [6].
Die Sowjetunion war ohne Zweifel ein großer und mächtiger Staat, der ein Sechstel des
gesamten Festlandes der Erde einnahm. Die UdSSR wurde zu einer echten Erfolgsfabrik.
In jeder Branche, sei es auf dem Gebiet der Wissenschaften, der Verteidigung des
Landes, der Kultur oder im Sport, gab es in der UdSSR immer irgendjemand, auf den das
ganze Land stolz sein konnte! Sie waren entweder die Ersten oder die Wichtigsten! Zu
den großen Errungenschaften in der sowjetischen Zeit gehört die Elektrifizierung des
ganzen Landes der 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Große Erfolge gab es bei der
Beseitigung des Analphabetismus, bei der Überwindung der Folgen von Revolution und
Bürgerkrieg. Bildung und medizinische Leistungen wurden für alle sowjetischen Bürger
kostenlos bereitgestellt. In den 30er Jahren begann der Bau von grandiosen Objekten:
Große und leistungsfähige Aggregate wurden für die Wasserkraftwerke im Dnjepr
installiert, der Weißmeer-Ostsee-Kanal wurde gebaut. Die 40er Jahre sind durch den
Sieg über den Hitler-Faschismus in Europa und durch den Beginn des Wiederaufbaus
des Landes gekennzeichnet. Zu den großen Errungenschaften der 50er Jahre gehören
der erfolgreiche Test einer Wasserstoffbombe, die Inbetriebnahme des Atomeisbrechers
„Lenin”, die Erschließung von Neuland in Kasachstan, in Gebieten der Wolga, des Urals,
in Sibirien und im Fernen Osten. Das "kosmische Jahrzehnt" in den 60er Jahre ist
gekennzeichnet durch viele kosmische Siege der UdSSR, die mit dem Flug von Yuri
Gagarin begannen. In den 70er und 80er Jahren feierte die sowjetische Kultur und der
sowjetische Sport wahre Triumpfe: Der Ruhm des russischen Balletts und des russischen
Eishockeys verbreitet sich in der ganzen Welt. Die XXII. Olympischen Spiele fanden in
Moskau statt. Die UdSSR stand auf vielen Gebieten in der Welt auf dem Platz 1! Die
sowjetischen Menschen haben kein Recht, sich für ihre jüngste Vergangenheit zu
schämen, denn sie haben vieles, auf das sie immer stolz sein können. Ihre größte
Errungenschaft sind ihre Menschen: Gutmütig, sympathisch, aufrichtig, immer bereit
anderen Menschen uneigennützig und großzügig zu helfen.
Der Zusammenbruch der UdSSR wird heute als die größte geopolitische Katastrophe des
20. Jahrhunderts bezeichnet. Oft ist die Rede davon, dass dieser Zusammenbruch ein
großer Fehler war. Konnte die UdSSR tatsächlich gerettet werden? Und wer waren die
wahren Totengräber des Landes?
Gründe für den Zusammenbruch gibt es viele. Ohne Zweifel waren sie in erster Linie
wirtschaftlicher Natur. Denn die sowjetische Planwirtschaft erwies sich als sehr uneffektiv
und stagnierte. Die Preise für das wichtigste Exportgut Erdöl sanken. Durch Zensur,
Korruption, allgemeine Unzufriedenheit und durch den schlechten Verlauf des Krieges in
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Bild 5
Afghanistan verschärften sich viele wirtschaftliche, politische und soziale Probleme. Der
Putschversuch im August 1991 mit dem Ziel, die Peerstroika zu beenden und
Gorbatschow zu stürzen, führte das Land in eine wahre Katastrophe. Der Zerfall der
UdSSR wurde durch die Unterzeichnung des Bialowieza-Abkommens am 8. Dezember
1991 in Weißrussland und durch die Alma-Ata-Deklaration besiegelt. Die Gemeinschaft
Unabhängiger Staaten (GUS) wurde gebildet. Am 26. Dezember 1991 hat der Rat der
Sowjetrepubliken des Obersten Sowjets der UdSSR die Machtstrukturen der Sowjetunion
aufgelöst.
Die extrem antikommunistischen Revolutionen von 1989 in vielen ehemaligen
sozialistischen Ländern waren politische und soziale Prozesse, die von der sowjetischen
„Perestroika“ im Herbst 1989 ausgelöst worden sind. Der Untergang des Sozialistischen
Weltsystems (Bild 5) führte zwangsläufig zur Auflösung des „Warschauer Vertrages“ und
des „Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe“ (RGW).
Eine Kette von Umstürzen in den sozialistischen Ländern begann (Bild 6) In Ländern,
die sich angesichts ihrer Geschichte, Ethik und Moral hervorragend mit den
Mitgliedsländern des aggressiven NATO – Paktes verstanden und - wie nicht anders zu
erwarten war - sich in guter Erinnerung an die Jahre 1933 – 1945 erneut gegen Russland
(Bild 7) mit ihnen verbanden.

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