Donnerstag, 13. November 2025

 Entnommen: https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2025/RF-332-11-25.pdf


 Tribüne für Kommunisten, Sozialisten und andere Linke otFuchs 2


Kriegstüchtigkeit aus der historischen Versenkung geholt

Man glaubt, in einem Irrenhaus zu sein. Russische Drohnen über Polen, den baltischen Staaten, Drohnen über Rumänien, Bulgarien, mysteriöse Drohnen über Deutschland. Und zuletzt Drohnen über Kopenhagen und Oslo. Das kann nur Rußland gewesen sein. Beweise braucht man nicht, eine Behauptung genügt. Nun müsse die NATO ihre Wehrhaftigkeit unter Beweis stellen, hört man. Und die westlich unterwanderte UNO stimmt in diesen antirussischen Chor ein. Laut NATO ist in einem künftigen Krieg Deutschland das Auf- und Durchmarschgebiet für Bundeswehr und NATO in Richtung Osten zur Abwehr der russischen Horden. Natürlich zur Erhaltung von Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschrechten, die es selbstredend nur im Westen gibt. Wie auch in den 30er Jahren ist Deut schland angeblich w ieder von Rußland bedroht. Für die entstandene Situation ist man selbst natürlich nicht verantwortlich. Deutschland will sich nur gegen das bedrohliche Rußland verteidigen. Man muß sich nur vergegenwärtigen, wieviele Milliarden Euro für die Unterstützung eines Krieges in der Ukraine, der mit Deutschland nichts zu tun hat, und Milliarden Euro für die Aufrüstung der Bundeswehr aufgewendet werden. Kosten für Militär und Rüstung ist aus dem Fenster geworfenes Geld, das nur dem miltärisch-industriellen Komplex nützt. Der Nebeneffekt sollte selbst für den teilnahmslosesten Bürger erkennbar sein und ist gekennzeichnet von maroder und immer mehr verfallender Infrastruktur. Verfolgt die Regierung unter dem Kanzler diese Politik weiter, wird es nicht mehr lange dauern und unvorstellbare Verhältnisse kehren hier mit Brachialgewalt ein. Die Masse des „Sondervermögens“ fließt nicht in die Infrastruktur, sondern in die Aufrüstung und Kriegstüchtigmachung. Wohin solche Politik führt, ist derzeit in Frankreich zu beobachten. Dennoch: In Deutschland geht es unbeirrt um Kriegstüchtigkeit. Denn die Russen haben einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen, dem Land, in dem man Antifaschismus, Freiheit, Menschenrechte und Demokratie täglich mit dem Morgenkaffee serviert bekommt. Derartigen Unsinn hört man nun von deutschen Politikern und dem Mainstream tagein und tagaus, so daß es einem nur übel werden kann. Welche Auswege bleiben demzufolge zur Vermehrung des vorhandenen Kapitals in monetärer Form, im Besitz von Produktionsmitteln und Immobilien? Die finanzielle Knebelung der Bevölkerung unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Die zunehmend maroden Infrastrukturen sind erste Anzeichen dafür. Die öffentliche Daseinsvorsorge des Staates wird Stück für Stück abgebaut, wie z. B. Verkehrs- und Gesundheitwesen, Bildung usw. und dem Kapitalmarkt überlassen. Die Folgen trägt der Bürger. Aufnahme von sogenanntem Sondervermögen, bei denen zu fragen ist: Warum diese Umschreibung für Schulden, die über Generationen nicht rückzahlbar sind? Ein Bekannter hat mir vor 15 Jahren seine Eindrücke von Atlanta (USA) plastisch geschildert. In der Stadt einerseits bittere Armut und Slums und anderseits protzige abgeschirmte Stadtviertel für die Reichen. Sein Fazit: Er sei froh, in Deutschland solche Verhältnisse nicht zu kennen. Jedoch, auf diesem Weg befinden wir uns gerade und das EU-weit. Die dritte Möglichkeit ist Aufrüstung, um dem militärisch-industriellen Komplex zu den erwarteten Renditen zu verhelfen, verbunden mit Kriegsvorbereitungen und Krieg gegen einen erfundenen Feind. Das haben die deutschen Faschisten vor Beginn des 2. Weltkrieges bereits schon einmal in ähnlicher Art getan. Man muß das Damalige nur kopieren, was dem deutschen Kriegsminister schon hervorragend gelingt. Das Oberkommando der Wehrmacht hatte 1940 angewiesen, dem Ausbau des Transportwesen in Form von Eisenbahn- und Straßenverbindungen und Brückenbau in Richtung Osten oder deren Verstärkung Priorität einzuräumen. Es ging also damals, genau wie heute, um die Kriegstüchtigmachung des Landes. Die von der jetzigen deutschen Regierung vorgegebene und zu erreichende Kriegstüchtigkeit ist demzufolge dem Nazireich entlehnt, womit auch Denkweisen und Horizonte der handelnden Politiker umrissen sind. Weichen die Kriegsvorbereitungen von einst eigentlich von den gegenwärtigen Aktivitäten des deutschen Kriegsministers und der NATO ab? Wohl kaum. Es ist nicht nur die gleiche Sprache, sondern es sind die gleichen Ziele. Die Eroberung von Land und Rohstoffen in jeglicher Art, die der Westen nicht besitzt. Das spricht man heute nur nicht so aus wie Hitler in „Mein Kampf“, in dem er Lebensraum im Osten für Deutschland forderte. Lebensraum wird heute lediglich ersetzt durch Freiheit, Menschenrechte und Demokratie, die man den Russen und anderen Ländern bringen müsse. Dazu wird gemeinsam mit der NATO genau das vorbereitet, was damals das Oberkommando der Wehrmacht plante. Ausbau des Straßen- und Eisenbahnnetzes, Neubau oder Verstärkung der Brücken gen Osten. Dazu die Einbeziehung ziviler Bereiche wie Zivilschutz, Gesundheitswesen, Universitäten, Schulen usw., die alle kriegstüchtig gemacht werden sollen. Mit Sarkasmus ausgedrückt, NATO und Bundeswehr bereiten die Wege für die russissche Armee vor, die laut Pistoletto in drei oder vier Jahren die EU angreifen wird. Die Spiegelfechter, allen voran die der EU, wollen damit Recht behalten und negieren absichtlich die objektiven Gefahren. Im Verbund mit der Politik und dem Kapital feuern die gleichgeschalteten Medien aus allen Rohren, um die Menschen idelogisch kriegsbereit zu machen und zeichnen ein Feindbild von Rußland, welches vorn und hinten mit Lügen durchsetzt ist. Hilfreich stehen die verschiedensten Thinktanks und NGO´s zur Seite, wie die Atlantikbrücke, Weltwirtschaftsforum, Münchner Sicherheitskonferenz, European Council on Foreign Relations, Aspen Institute, Goldman Sachs Fundation, The American Interest, Atlantik Council, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik, Rockefeller Fundation, German Marshall Fund (GMF), Atlantische Initiative – insgesamt weit über hundert Organisationen, in denen das derzeitige „Führungspersonal“ (z. B. U.v.d Leyen, Baerbock, Habeck) EU-weit gezüchtet wurde, das zu einer objektiven politischen und diplomatischen Beurteilung nicht in der Lage, aber zu allen verschärfenden Maßnahmen fähig ist. Es sind dem Kapital hörige und höfisch ergebene politische Blindflieger. Sie sind das Ergebnis einer seit Jahrzehnten verfolgten Linie, um sich die gesamte Welt unterwürfig und zum Diener zu machen. Reiner Neubert, Berlin

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