Samstag, 15. November 2025

 

Entnommen: https://www.rotfuchs.net/files/rotfuchs-ausgaben-pdf/2025/RF-332-11-25.pdf


Tag der Einheit“ 2025


Dreieinhalb Jahrzehnte Einheitsfeiern liegen hinter uns. Noch immer wird eine verunglückte „Einheit“ zwischen Ost und West beklagt. Großes Wundern und Rätselraten überschattete die staatlich verordneten Jubelfeiern. Dafür wurde die vergangene, nicht mehr existente DDR wieder aufs Tapet gehoben, um den Ostdeutschen zum x-ten Male zu erzählen, wie schrecklich ihr Leben in dieser DDR gewesen sei. Der Kanzler sprach von einem neuen Aufbruch. Wie es sich gehört, würdigte er die „mutigen und heldenhaften Ostdeutschen“, die nach seinen Worten „Freiheit und Demokratie“ ganz allein erkämpft hätten. Am Mut und Heldentum darf gezweifelt werden, da sich die Bürgerrechler, „friedlichen Revolutionäre“, Freiheits- und Demokratieprediger nicht mehr sehen und hören lassen und erstaunliche Vergeßlichkeit an den Tag legen. Einige von ihnen zeigen ganz offen ihr wahres Gesicht, machen aus ihren wahren Absichten kein Hehl mehr, betreiben das Geschäft des Kapitals, der Restauration kapitalistischer Verhältnisse. Die Medien bedienten die Bevölkerung in Ost und West in bekannter Manier mit seit 35 Jahren in Endlosschleife laufenden TV- und Film-Klassikern über die scheinbar grauenhaften Lebenserfahrungen der Ostdeutschen unter Diktatur, keiner Meinungsfreiheit, Mauer, Armut, fehlender Reisefreiheit, Überwachung, Bespitzelung etc. Es fanden sich immer auch willige Darsteller mit Ostvergangenheit, die für ein gewünschtes DDR-Bild beitrugen. Alle jene vergessen vor allem das eine: Es sind nie Millionen im Osten gewesen, die diese DDR so erlebten, wahrgenommen haben, wie es heute dargestellt wird. Sie vergessen, selbst die gefeierten Helden der „friedlichen Revolution“ haben sehr vieles an dieser DDR nie verurteilt, infrage gestellt und wegdemonstrieren wollen. Seit Für uns deutsche Kommunisten ist es daher notwendig, diese Widersprüche offensiv, aber mit Fingerspitzengefühl aufzugreifen. Die DDR muß ungeschönt, aber zugleich als größte Errungenschaft der deutschen Arbeiterklasse dargestellt werden. Nur so lassen sich die Grundfesten der DDR wie Friedenspolitik, internationale Solidarität und soziale Gerechtigkeit als konkrete Bezugspunkte für heutige Kämpfe nutzen – insbesondere angesichts der fortschreitenden Aushöhlung des „Sozialstaats“ sowie der zunehmenden Militarisierung und der Vorbereitung auf einen möglichen Krieg gegen Rußland. Schlußfolgerung Der 3. Oktober ist kein „Tag der Einheit“, sondern der Tag der Niederlage der Jahren haben sich ernüchterte Stimmen zu Wort gemeldet, die offen aussprechen, daß das Bild der BRD, wie es sich heute zeigt, nie ihr Wunsch und Wille gewesen sei. Das sind Stimmen, die nicht erwünscht sind, verschwiegen werden. Es hat sich von Jahr zu Jahr deutlicher gezeigt, wie irrig und einfältig die Hoffnung gewesen ist, es könne alles sozialistisch-soziale erhalten und der marktwirtschaftliche Überfluß dazugewonnen werden. Vom Westen strahlte täglich der westliche Glanz, im Osten gab es die soziale Sicherheit. Im Osten wurde jeder Mangel gesehen, im Westen nur die strahlenden Seiten. Es fiel den Demagogen, den Dienern des Kapitals, den Feinden in Ost und West nicht schwer, die Massen gegen ihre eigenen Interessen auf die Straßen zu bringen. Konfrontiert mit den Realitäten des Kapitalismus, mußte nach und nach und für immer mehr die Enttäuschung kommen, die sich zudem heute real in den noch immer unterschiedlichen Lebensverhältnissen manifestiert. Soziale Realitäten kapitalistischen Lebens haben den Osten erreicht, und im vereinten Deutschland kann das Kapital ungehemmt an den sozialen Abbau gehen. Wir erinnern uns an einen Arbeitsminister Blüm, der offen von sich gab, das Schaufenster des Westens werde mit Herstellung der „Einheit“ nicht mehr gebraucht. Der Mann war offen und weitsichtig, kannte die Spielregeln des Kapitals, was die Ostdeutschen erst mit den Erfahrungen im eigenen Leben lernen mußten. Armut breitete sich aus, wurde schnell zum Makel, führte zu Diffamierung und Ausgrenzung. Brüder und Schwestern aus dem Westen hatten den „Lehrlingen“ des Ostens einiges voraus und wußten, was Märkte und Geschäft ausmachen. Zu alledem noch die Globalisierungseuphorie mit den notwendig folgenden Migrationsbewegungen aus der armen in die vermeintliche reiche Welt. Ausländer- und Arbeiterklasse. Er markiert die Zerschlagung eines sozialistischen Projekts, die Restauration kapitalistischer Herrschaft und die Unterordnung Ostdeutschlands unter westdeutsche Interessen. Daß er nur wenige Tage vor dem 7. Oktober, dem Gründungstag der DDR, liegt, verdeutlicht die historische Tragik: Hier der Aufbau eines antifaschistischen, friedensorientierten Staates, dort seine Zerschlagung. Doch Geschichte ist kein abgeschlossenes Kapitel. Die Errungenschaften der DDR sind konkrete Belege dafür, daß nur der Sozialismus, mit Planwirtschaft und zielgerichtetem Aufbau, solche Leistungen ermöglichen konnte. Michael Gellrich Leipzig Fremdenhaß eignet sich seit mehr als zehn Jahren bestens für das bekannte Teile und Herrsche. Verlogen und heuchlerisch nutzen die Regierenden genau diese Stimmungsmache. Wie verlogen ist es, sich fortwährend über die sich vertiefenden Gräben zu wundern? Wer schafft die Gräben bewußt, braucht sie zur Sicherung seiner Herrschaft? Sagen wir es immer und immer wieder: Es braucht die vielen Millionen gemeinsam und miteinander auf den Straßen, vor dem Sitz der Regierenden. Frieden ist mit passivem Verhalten, mit zusehen, ohne demokratische Aktivität nicht zu erkämpfen. Die Kriegstreiber haben längst den Termin für IHREN Krieg ausgemacht. Worauf kann „Wir sind das Volk“ im vereinten Deutschland noch warten? Wann stellt es seinen Heldenruf mal unter Beweis für den Frieden? Roland Winkler Aue






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